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Vergessene Werke

Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland – Teil 1

Oskar Wächter
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland
Stuttgart, Verlag von W. Spemann, 1882

Vorwort

Femegerichte und Hexenprozesse gehören einer längst entschwundenen Zeit an. Aber, von weittragen­der Bedeutung für ganz Deutschland, werfen sie Licht und Schatten über vier Jahrhunderte unserer Ge­schichte. Und sind sie nicht heute noch von allgemei­nem Interesse? Wer hätte nicht schon von Feme und von Hexen gehört und gelesen? In Romanen und Dramen, in allerlei Erzählungen der Fremden­führer, in Sagen und Beschreibungen tauchen sie immer wieder auf. Und in der Tat haben diese mittelalterlichen Erscheinungen etwas ungemein Fesseln­des bei aller unheimlichen Macht, welche sie auf das Gemüt des Hörers üben. Aber die Wenigsten wissen, wie es damit wirklich sich verhielt. Unkenntnis und Mangel an historischem Sinn ließen ein Gestrüpp irriger Vorstellungen aufwuchern, durch welche der wahre Sachverhalt vielfach entstellt und getrübt wurde.

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Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 7

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig

Wie Virgilius Salvatio Romae machte

Der Kaiser fragte Virgilius, wie er Rom glücklich machen könne und wie er es einrichten könne, dass ihm viele Länder untertan seien und er es augenblicklich wisse, wenn eines dieser Länder sich dagegen aufzulehnen gedenke. Virgilius aber antwortete dem Kaiser: »In kurzer Zeit will ich solches ins Werk setzen.«

Und er baute einen Tempel auf dem Kapitol, wo das Rathaus von Rom war, und schmückte ihn mit Bildsäulen und steinernen Bildnissen und stellte alle Götzen, die in Rom angebetet wurden, hinein. Jedes Götzenbild aber hatte eine Schelle in der Hand, und in die Mitte aller setzte er das höchste Götzenbild, das in Rom angebetet wurde. Diese aber nannte er Salvatio Romae, was so viel heißt wie Weiterlesen

Der lustige Kirmesbruder – Teil 5

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Der lustige Kirmesbruder
welcher durch listige Ränke auf den Kirmessen die Bauern und andere Personen unterhalten und vergnügt gemacht hat

Vierte Kirmes

Wie der lustige Kirmesbruder, außer anderen Streichen, auch zwei Bürgern mit List ihren Kirmeskuchen und andere Speisen abnimmt

Von Possendorf ging ich nach Berbisfeld und besuchte dort den Müller. Bei demselben traf ich auch zwei Bürger an, die sich ganz weidlich zu nähren suchten. Es waren ein paar gemütliche Männer, die bei der Müllerin in großer Gunst standen und ihr manchen Liebesdienst erwiesen, ohne dass sie dafür von ihrem Mann eine Vergeltung forderten. Der Müller erwies ihnen und mir zugleich große Höflichkeit, und wir machten uns recht ver­gnügt; denn er hatte eine ziemliche Anzahl Gäste bei sich, sowohl aus seinem Ort als auch aus anderen Dörfern. Nach der Mahlzeit wurden verschiedene Spiele vorgenommen; doch gefiel den beiden Bürgern und Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 17

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert aus Missverstand der Worte sich mit einer Magd heftig schalt

In Berlin wohnte ein Bürger mit Namen Jakob Schulze, der auch zugleich ein Apotheker war. Mit diesem war Clauert sehr gut bekannt und sein vertrauter Freund. Deshalb pflegte er auch gewöhnlich seine Herberge bei ihm zu haben, wenn er in Berlin war. Als er nun einstmals bei ihm einkehrte und beide in Jakob Schulzens Wohnung zechen wollten, ließen sie Bier aus dem Stadtkeller holen. Die Magd blieb mit dem Bier ziemlich lange aus, und weil Clauert bemerkt hatte, dass dieselbe übrigens eine scharfe Hechel war, so sagte Weiterlesen

Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 6

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig

Wie der Kaiser dem Virgilius sein Erbe und seine Güter zurückgab und noch vieles andere und was sonst noch geschah

Dann verabschiedeten sie sich von Virgilius und kehrten nach Hause zurück, und als sie wieder daheim waren, gab der Kaiser Virgilius sein ganzes Land zurück, wie er es verlangte, und machte ihn zum vornehmsten Herrn in seinem Rat.

Nach diesem geschah es, dass Virgilius sich in eine schöne Frau verliebte, die schönste in ganz Rom.

Virgilius gelang es durch seine Zauberkunst, ihr seine Zuneigung vollkommen zu offenbaren; sie aber dachte in ihrem Sinne, wie sie ihn hintergehen und betrügen könnte. Sie sagte ihm, wenn er um Mitternacht an die Schlossmauer käme, wolle sie einen Korb an starken Stricken hinunterlassen und ihn darin zu ihrem Fenster hinaufziehen, um mit ihm die Minne zu pflegen. Darüber freute sich Weiterlesen