Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 54. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegels sonderbares Begräbnis and dessen Grabmal in Mölln
erkehrt im Leben, verkehrt auch im Tode, so kam es mit Eulenspiegel. Nachdem er seinen boshaften Geist ausgehaucht hatte, nahmen die Bewohner des Hospitals, in welchem er gestorben war, seinen Leichnam, legten ihn in einen platten Sarg und setzten denselben auf die Bahre, welche auf der Hausflur stand. Da kamen die Schweine, welche dem Hospital gehörten, nach Hause gelaufen und warfen die Bahre um. Die alten Hospitaliten hoben Bahre und Sarg wieder auf. In der Eile hatten sie den Sarg verkehrt aufgesetzt, sodass die Leiche mit dem Gesicht zur Erde gekehrt lag. In dieser Lage nahmen die Träger die Leiche auf und wollten sie zum Grabe tragen, denn niemand hatte das Verkehrtstehen des Sarges bemerkt.
Elbsagen 05
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
5. Die Zwergenfahrt
Vor altersgrauer Zeit wohnten im Marienberg bei Außig Zwerge. Als aber am Fuße des Marienberges die Stadt Außig erstand, da vertrieb sie das Glockengeläute. Sie beschlossen, sich in das gegenüberliegende, viel höhere Gebirge zurückzuziehen. Nun kamen drei Zwerglein zum Fährmann und baten um Überfahrt. Der Fährmann willigte ein und wunderte sich, dass der Kahn so tief im Wasser gehe. Am jenseitigen Ufer angekommen, fragten ihn die Weiterlesen
Interessante Abenteuer unter den Indianern 99
John Frost
Interessante Abenteuer unter den Indianern
Erzählungen der merkwürdigsten Begebenheiten in den ersten indianischen Kriegen sowie auch Ereignisse während der neueren indianischen Feindseligkeiten in Mexiko und Texas
Die Abenteuer zweier Späher
Schon im Jahre 1790 war das Blockhaus und die Palisadenumzäunung oberhalb der Mündung des Hocking River in den Ohio der äußerste Grenzposten aller unserer Ansiedler zwischen dem Hocking und der Sciota und vom Ohio bis zu den großen nördlichen Seen. Damals prangte der Urwald noch in seiner ganzen natürlichen Pracht. Keine Ansiedlungen, wohl aber kleine wunderbare natürliche Gras – und Blumenplätze, von den ersten französischen Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 17
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
III. Umzüge der Götter
Der wilde Jäger am Mahnerweg
In Michelbach war ein Mädchensding, das wollte sein Vater zwingen, es sollte einen Burschen nehmen, den es absolut nicht leiden mochte. Weil es nun seinen eigenen Kopf hatte wie eine Schnitzbank, litt es auch sein Vater nicht, dass es auf den Schotter Sommermarkt hinabging zum Tanz mit seinen Kameraden. Er hieß es statt dessen aufs Feld hinausgehen und Korn schneiden. Das Mädchen, was wollte es machen, musste gehorchen, so sauer es Weiterlesen
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 53. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel kommt krank nach Mölln, macht sein Testament und stirbt.
anches Jahr hatte Eulenspiegel in der Welt umhergeschwärmt und viele Bosheiten, Schelmereien und Narrenspossen ausgeübt, als er endlich müde und krank zu Mölln ankam.
Da Eulenspiegels alter Mutter bekannt wurde, dass ihr ungeratener Sohn noch lebe und zu Mölln sei, reiste sie zu ihm, glaubte noch etwas zu erben und sprach: »Mein lieber Sohn, hast du denn nichts erspart, dass ich von dir erben könnte? Ich bin nun alt und schwach und kann nichts mehr verdienen.«
Er antworte: »Liebe Mutter, wer nichts hat, dem muss man auch nichts geben, damit er nicht zu viel bekommt.«
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