Mörder und Gespenster – Band 1 – 28. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Das geschossene Täubchen
Kapitel 4
Sechs Wochen später las Frau von S., die sich gerade erst wieder zu erholen begann, in der Zeitung. Plötzlich verzogen sich ihre Gesichtszüge auf seltsame Weise. Sie neigte sich zu ihrem Mann und deutete, ohne ein Wort zu sprechen, auf die Stelle, die sie soeben gelesen hatte.
Herr von S. las folgende Worte:
Heinrich von C. ist seit sechs Wochen spurlos verschwunden. Man vermutet einen Selbstmord.
Der durch die schwere Krankheit abgemagerte Finger der Frau von S. verweilte lange auf der letzten Zeile dieser Meldung. Ihr verwirrter Blick fixierte ihren Gatten, der ihr jedoch nur eine völlig gleichgültige Miene entgegensetzte.
Sie überlebte die hier erzählte Katastrophe noch um zehn Jahre. Doch während dieser gesamten Zeit riefen weder ein Wort noch ein Zeichen den Namen des unglücklichen jungen Mannes jemals wieder in das Gedächtnis der beiden Eheleute zurück.
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