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Der schwarze Mann

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Im Original Johann Heinrich Ramberg

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 31. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

achdem Eulenspiegel Wismar verlassen hatte, trieb er sich im Mecklenburgischen umher; denn er hatte nun wieder Geld und lebte herrlich und in Freuden. Überall, wo er durch­kam, gab er närrische und dumme Dinge an. Und weil er in Braunschweig lange nicht gewesen war, so nahm er seinen Weg über Uelzen dahin. In Braunschweig angekommen, ging er zu einem Stiefelmacher, mit Namen Stoppel, wel­cher auf dem Kohlmarkt wohnte, bei dem er sich seine Stiefel schmieren lassen wollte, denn sie waren ziemlich hart geworden.

Er sprach zu dem Meister: »Wollt Ihr meine Stiefel spicken? Ich möchte sie aber morgen gern wieder haben.«

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 30. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel fettet einem Bauer die Suppe mit Fischtran.

ls Eulenspiegel vom Dorfschuster weggegangen war, den er so schändlich angeführt hatte, kam er als Schuhknecht wieder nach Wismar zu einem Meister, der ihn in Arbeit nahm. Des anderen Tages ging der Meister auf den Markt und kaufte ein Fuder Holz. Nachdem er mit dem Bauer um den Preis des Holzes einig geworden war, forderte Letz­terer als Zugabe noch eine Suppe, die er ihm auch versprach; und so brachte er den Bauer mit dem Fuder Holz vor sein Haus. Da aber seine Frau ausgegangen war, und er zufällig zu jemandem gerufen wurde, der geschwind ein Paar Schuhe angemessen haben wollte, so sagte er zu Eulenspiegel, er möchte doch dem Bauer eine Suppe kochen.

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 29. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel kommt bei einem Dorfschuster in Arbeit.

ach dem nun Eulenspiegel das Pferd gut beschlagen be­kommen hatte für sein Wahrsagen, setzte er sich darauf und ritt von Wismar weg. Er versuchte nun hier und da seine Narrenspossen zu zeigen, allein man wollte ihm nichts dafür geben, und er musste sein Pferd wieder verkaufen. Als dieses Geld verzehrt war, und er kein Mittel wusste, wodurch er Brot erhielt, kam er im Mecklenburgischen in ein Dorf und sah vor einem Fenster neue Schuhe stehen. Da ihm nun selbst Schuhe fehlten, denn die er anhatte, waren entzwei, so dachte er: Das Umherlaufen bringt wenig ein, du sollst dich deshalb für einen Schuhknecht ausgeben, so bekommst du Brot.

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 28. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel gibt sich für einen Wahrsager aus.

ls nun Eulenspiegel aus Rostock wegging, schlug er die Straße nach Wismar ein. Unterwegs sah er ein Pferd auf der Weide grasen, das gefiel ihm und er fragte es deshalb: »Wem gehörst du?« Da das Pferd ihm nicht antworten konnte, sprach Eulenspiegel: »Ich antworte, du sollst mein sein.« Er setzte sich auf das Pferd und ritt nach Wismar. Als er vor das erste Wirtshaus daselbst kam, sah er gegenüber bei einem Huf­schmied eine hübsche Frau mit einer Magd vor der Tür stehen. Er stieg ab, band sein Pferd an und machte sich gleich mit diesen bekannt. Die Frauensleute fragten ihn, was er wäre.

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 27. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel vermietet sich in Rostock als Schmiedeknecht.

a Eulenspiegel nach so manchen Orten, wo er seine Schel­menstreiche und Bübereien zu arg gemacht hatte, nicht wieder kommen durfte, so dachte er, nachdem er seinen Hunger durch Hühnerbraten gestillt und die übrigen Hühner verkauft hatte, darüber nach, welchen Weg er nehmen wollte, und wanderte auf Rostock zu. Nachdem er hier angekommen war und seine Narrenspossen zeigte, wollte ihm niemand etwas dafür geben. Er musste sich deshalb zum Arbeiten bequemen und vermietete sich als Schmiedeknecht bei einem Meister. Dieser Schmied hatte sich ein Sprichwort angewöhnt, das er immer, wenn der Knecht den Blasebalg ziehen sollte, wieder­holte. Als nun Eulenspiegel mit dem Blasen etwas nachließ, rief der Meister sein Sprichwort: »Hoho, folget mit den Bälgen nach.«

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 26. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel kauft zu Quedlinburg eine Menge Hühner und hinterlässt den Hahn zum Unterpfand.

chon manche Schelmenstreiche und Bübereien mochte der abenteuerliche Eulenspiegel hier und da wieder ausgeübt haben, ehe er von Erlangen nach Quedlinburg kam. Indessen hier, wo gerade Jahrmarkt war, und es ihm wieder am Besten, nämlich am Geld, fehlte, betrog er eine arme Bauerfrau um einen Korb voll Hühner. Er missbrauchte die deutsche Red­lichkeit überall, welche damals jedem aufs Wort glaubte, und betrog die Leute, wenn er nur konnte.

Eulenspiegel ging in Quedlinburg auf dem Markt umher, um zu sehen, ob er nichts zum Stillen seines Hungers finden könnte, und kam zu einer Bäuerin, die einen Korb voll Hühner nebst einem Hahn hatte, welche sie feilbot. Weiterlesen