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Mythen & Wirklichkeiten

Adventskalender 2024 – 17. Türchen

Schuhflicker im Glück

Es war einmal ein Schuhflickerlein, das lebte mit Frau und Kindern im Elend, denn sie hatten nichts zu brocken und zu beißen. Wie oft er auch mit seinem Werkzeugkorb durch die Straßen lief und rief: »Wer hat Schuhe zu bessern?« … so kam doch niemand, der seiner Arbeit begehrte. Des Lebens müde, beschloss er, sich zu ersäufen.

Wie er sich in den Strudel stürzen wollte, trat vor ihn sein Glück, hielt ihn zurück und sagte: »Was willst du tun?«

»Ach!«, seufzte er, »das Un­glück verfolgt mich und ich mag nicht mehr leben.« Sprach zu ihm das Glück: »Tue das nicht. Hier nimm dieses Messer! Disteln gibt es genug, und bei jeder Distel, welche du damit abschneidest, wirst du einen kleinen Groschen finden.«

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Sagen der mittleren Werra 93

Die Erbauung des alten Ringelsteins

»Alte Leute haben erzählt«, begann ein anderer von dort, »dass unser Moorgrund, ebenso wie der Grund von Schweina, einmal ein großer See gewesen sein soll, und dass das Wasser weit hinaufgereicht habe. Das höher gelegene Land aber sei eine gar arge Wildnis gewesen, in der Bären, Wölfe und anderes Getier hausten. Zu jener Zeit nun sei ein fremder Graf namens Gumpoldo in die Gegend gekommen, habe 19 Familien aus der Fremde mitgebracht und mit diesen den alten Ringelstein erbaut. Von den 19 habe er später.16 an die Stelle, wo sonst Altgumpelstadt stand, und 3 hierher nach Waldfisch gewiesen und jeder Familie eine Hufe Landes geschenkt. Jene 19 hätten nun die beiden Orte erbaut und den ersteren nach dem Grafen Gumpelstadt genannt. Auch sollen sie den See an der Krümmlich ins Werratal abgeleitet haben. Die 19 Hufen aber haben wir noch bis auf den heutigen Tag in den beiden Fluren, desgleichen die alte Einteilung der Hufe in 16 Beine.«

Wie der Ritter vom Ringelstein die Stabsgerechtigkeit verleiht

Von der alten Gemeindeverfassung des Amtes Altenstein, die auch mit dem Ringelstein zusammen hängt, lautet die Geschichte so: Weiterlesen

Adventskalender 2024 – 16. Türchen

Der Albanese

Es wird von einem Kräutersammler erzählt, dem das Glück so untreu war, dass er nicht einmal mehr Kräuter finden konnte und nicht wusste, wovon er leben sollte. Er hatte jedoch drei Töchter, von denen die jüngste Rosa hieß. Eines Tages sagte er zu Rosa: »Möchtest du nicht mit mir kommen, um Kräuter zu suchen? Vielleicht habe ich mit deiner Hilfe mehr Erfolg.«

So ging seine Tochter mit ihm, aber trotz ihrer Bemühungen fanden sie nichts. Schließlich sah Rosa einen großen Pilz und wollte ihn ausreißen, stieß jedoch auf Widerstand, weil der Pilz tief verwurzelt war. Allein konnte sie ihn nicht herausziehen und rief ihren Vater zur Hilfe. Gemeinsam rangen sie, bis sie schließlich nicht den Pilz, sondern einen Albanesen am Ohr aus dem Boden zogen.

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Adventskalender 2024 – 15. Türchen

Wasser und Salz

Man singt und sagt da ein wunderschönes Märchen!

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter. Wie er mit diesen Töchtern eines Tages bei Tisch saß, sagte er: »Will doch einmal sehen, wer von euch dreien mich am liebsten hat.«

Meinte die Älteste: »Vater, ich liebe Euch wie meine Augen.«

Sprach die Zweite: »Vater, ich liebe Euch wie mein Herz.«

Aber die Jüngste sagte: »Ich liebe Euch wie das Wasser und das Salz.«

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Adventskalender 2024 – 14. Türchen

Das Rosmarinsträuchlein

Es war einmal ein König und eine Königin, die hatten kein Kind, wünschten sich aber eins. Wie nun die Königin eines Tages im Garten lustwandelte, sah sie einen Rosmarinstrauch, der viele kleine Schösslinge hatte. Da seufzte sie und sprach: »Ach, der Rosmarinstrauch hat seine Sprossen, und ich, die Königin, habe kein Kind.«

Von der Zeit an wurde sie guter Hoffnung, und wie ihre Zeit kam, gebar sie ein Rosmarinsträuchlein. Dieses pflanzte sie in ein Töpflein, begoss es mit Milch und ließ es nimmer aus den Augen.

Einst besuchte sie ihr Neffe, das war der Sohn des Königs von Spanien. Wie der das Sträuchlein sah, fragte er: »Frau Königin, was ist es doch mit diesem Rosmarinsträuchlein?«

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