Tür des Todes – Kapitel 9.1
John Esteven
Tür des Todes
Kapitel 9
Der Wein der Toten Teil 1
Es waren Überraschung und Schock, die mich für mehrere Minuten flach auf dem trockenen Rasen liegen ließen, auf dem ich mich wiederfand. Ich war nicht einmal betäubt, aber es schien mir, dass ich es sein müsste; und ich scheute mich davor, Arm oder Bein zu bewegen, aus Angst, sie könnten gebrochen sein. Die Maschine war weiter hinten zerschellt, und ich nahm sie in gut sechs Metern Entfernung nur verschwommen wahr.
Schließlich sammelte ich mich und meine Gedanken und stand auf, wobei ich jede Bewegung vorsichtig prüfte. Doch als ich nun benommen dastand und mich umsah, bemerkte ich einen Mann, der sich die Böschung herabließ und so schnell herunterkam, wie der Abhang es zuließ. Er knipste eine Taschenlampe an, als er mich erreichte, und in ihrem Licht stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass es Roose von der Metropolitan Police war.
Das Astoria-Abenteuer – Teil 7
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Mac Dougal erfährt eine Demütigung
Während der Nacht hatte sich ein kräftiger Nordostwind erhoben, der den Himmel nach und nach mit dunklem Gewölk überzog. Mr. Dougal und seine Gefährten waren nach dem Auftritt in der Kapitänskajüte wieder in das Hinterschiff gegangen. An Schlafengehen war bei der großen Erregung, in der sie sich befanden, jedoch zunächst nicht zu denken. Dazu traten rasch nacheinander weitere Beunruhigungen und Belästigungen ein, die später noch näher geschildert werden.
Die Bewegungen des Schiffes, das bisher ziemlich steif auf Steuerbord lag, wurden allmählich stärker und schließlich sogar heftig. Gegen Mitternacht erhob sich auf den Treppen und an Deck in immer kürzeren Pausen ein gewaltiges Getrampel. Kommandorufe erschallten und schrilles Pfeifen ertönte. Die Freiwachen, die inzwischen geweckt worden waren und ihre schweren Wasserstiefel anziehen mussten, stampften nach oben. Sie wurden zum Dienst herangezogen – was kein gutes Weiterlesen
Der Detektiv – Band 32 – Zwei Zigarettenstummel – Kapitel 3
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 32
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Zwei Zigarettenstummel
Kapitel 3
Die Eidechsen-Knöpfe
In demselben Moment rief der Matrose Ewald, der an einem der Backbordfenster stand: »Ein kleines, offenes Motorboot biegt um die Landzunge! Drei Leute sind darin!«
»Los – an Deck, Pi-Mano!«, befahl Harst.
Der Alte hatte sich in sein Schicksal ergeben. Die Tür nach der Treppe hin blieb offen. Harst beobachtete den Birmanen scharf, Weiterlesen
Das unheimliche Buch – Der wahre Sieg
Das unheimliche Buch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Der wahre Sieg
Von Frédéric Boutet
Und ich kämpfte verzweifelt mit dem schrecklichen Azrael …
Edgar Allan Poe: Ligeia
Es war tief in der Nacht, als ein einsamer, in einen schwarzen Mantel gehüllter Wanderer den Flusskai entlangschritt. Rechts von ihm, am Fuße der Ufermauer, floss das Wasser so ruhig und tief wie in einem Kanal dahin. Gelegentlich führte eine schräge Treppe zum Fluss hinab, wo die Stocklaternen der vor Anker liegenden Schiffe wie rote Sterne leuchteten. Das gegenüberliegende Ufer ließ sich nur durch die fernen, gelblichen Lichtpunkte von Laternen und vereinzelten erhellten Fenstern erahnen.
Zur Linken wurde der breite Kai von alten Herrenhäusern gesäumt. Ihre Fassaden waren grau, die Türen mit eisernen Riegeln Weiterlesen
Die Gespenster – Vierter Teil – 45. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Fünfundvierzigste Erzählung
Die eingetroffene Ahnung zu Westerburg
Im Januar des Jahres 1792 hörten mehrere glaubhafte Bürger in Westerburg – einem dem gräflichen Hause Leiningen gehörigen Ort im Oberrheinischen Reichskreis – einen unheimlichen Totengesang, der vom Begräbnisplatz vor der Stadt herüberklang. Dieser glich vollkommen dem Gesang, den die Schüler anzustimmen pflegten, wenn beispielsweise ein Bürger feierlich beerdigt wurde. Nach Beendigung dieses spukhaften Gesanges sprach das sonderbare, singende Gespenst ein vernehmliches und lautes Amen. Jedermann war davon überzeugt, dass diese schreckensvolle Erscheinung eine Todesahnung sei, die einem Westerburger gelte. Dies war für die Weiterlesen
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