Mörder und Gespenster – Band 1 – 4. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 4
Nach langer Zeit – es mochten einige Stunden vergangen sein – sank Simon, der Werwolf, erschöpft auf einen Steinhaufen. Die fieberhafte Aufregung, die ihn so plötzlich ergriffen hatte, war verflogen und hatte eine Erschöpfung zur Folge. Da lag nun das entsetzliche Gespenst am Weg, doch niemand war da, der sich vor ihm fürchten wollte. Selbst war es so hilfsbedürftig, von Hunger und inneren Schmerzen gefoltert. Er wollte sich an der Menschheit rächen, die ihn verstoßen und mit dem Bannfluch belegt hatte. In diesem Augenblick hätte ihm sein ärgster Feind entgegenkommen können, ohne dass er ihm etwas zugefügt hätte. Anstelle von Hass gegenüber anderen fühlte er Mitleid und Bedauern mit sich selbst. Stille Wehmut war in sein Herz Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 3. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 3
Es war später Abend. Durch die kalte Winterluft hallte mancherlei Getöse scharf in seine Einsamkeit hinüber. Vom Kirchturm summte die Glocke neunmal. Der Wind pfiff durch die Ritzen seiner baufälligen Hütte, das Röhricht klapperte im Sumpf und dazwischen ertönte ein schriller Laut irgendeines verspäteten Tieres, gefolgt vom Bellen ferner Hunde.
Mit dem Licht des Tages waren ihm alle schönen Träume wieder entschwunden. Er fühlte sich wieder einsam und unglücklich, schauderte vor Kälte und der Hunger plagt ihn aufs Neue. Das wenige Reisig, das er in einer Ecke der Hütte angezündet hatte, ist nur noch ein Häufchen Asche und hier und da verglimmende Glut, in die er verzweifelt starrt. So sitzt er da. Da zieht ein Blitz des Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 2. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 2
Ein harter Winter war über die Erde hereingebrochen. Nur die Alten und Kranken mussten zu Hause bleiben, um ihren Leib zu pflegen; nur die Wohlhabenden konnten es ihnen gleichtun. Aber wo waren die in unserem kleinen Dorf? Da niemand im Sommer Vorräte anlegen konnte, um sich in den harten Wintertagen davon zu ernähren, hieß es nun, tatkräftig Hand anzulegen, um sich einen Erwerb zu schaffen und nicht verhungern und erfrieren zu müssen.
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Mörder und Gespenster – Band 1 – 1. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Vorwort
Ich bin wohl ruhig darüber, welches Los die von mir hier erzählten Geschichten haben werden. Meine Leser wissen, was sie von mir zu erwarten haben, und über die Kritik konnte ich mich bisher noch nie beklagen. Sie war mir fast immer nur gütig gesinnt und trug mich, als ich noch ein Beginnender war.
Aber der Titel erheischt ein Wort zur Erklärung. Man wird mir sagen, ich wolle eine verschollene Literaturperiode wieder heraufbeschwören; ich gemahne an Spieß, ich wähle absichtlich einen solchen Titel, um den Leihbibliotheken in die Hände zu arbeiten Weiterlesen
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