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Im Original Theodor Bindewald

Oberhessisches Sagenbuch Teil 41

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Hexe wird bestraft

Ein Bauer in Steinfurt hatte ein wunderschönes Füllen, das seine Augenweide war. Allein das Tierchen bekam eine Unkunft an sich und ging ihm drauf, ehe er es sich versah. Allen Leuten und auch ihm selbst kam es vor, als wäre demselben etwas von einem böser Menschen angetan worden. Da wurde ihm denn ein überhäupter Mann verraten im Fuldischen, zu dem reiste er, um zu erfahren, was es wäre.

Als er diesem sein Anliegen vorgebracht hatte, erhielt er auch die gewünschte Zusage, doch sollte er bis Tags Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 40

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Lauster-Else

Die Lauster-Else war eine gefürchtete Hexe in Stornfels, die allen Menschen das gebrannte Herzeleid antat.

Als sie endlich den Weg alles Fleisches ging, freute sich das ganze Dorf und glaubte, es wäre mit ihr vorbei für immer, als man die Nägel in den Deckel der Leichte (Sarg) einschlug. Ehe es indessen auf den Kirchhof ging, blickte einer der beim Begräbnis Anwesenden zu einem Nachbarhaus. Heiliger Herrgott, da sah ja die gestorbene Lauster-Else leibhaftig zum oberen Stockwerk heraus, lachte grinsend und schnitt ihnen höhnische Gesichter. Als Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 39

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Hexe gesehen

Einem mittelschlägigen Mann fiel eine Kuh. Es fiel ihm die zweite, dann die dritte, sodass er nur noch eine Einzige hatte, den grauen Scheck. Aber auch der schien etwas an sich zu kriegen. Nun wurde es dem Mann doch zu arg. Auf das Begehr seines Schwähers ging er auf Rat, weil das sicherlich eins dem Vieh angetan hatte. Also machten sich die zwei, der Mann und seine Frau, auf den Weg nach Grünberg zum Wasenmeister.

Als sie zu ihm eintraten, rief er ihnen schon entgegen: »Ihr kommt noch gerade vor Torschluss! Wäret ihr eine Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 38

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Alb gefangen

Das junge Volk war einmal in der Spinnstube beisammen und vertrieb sich die Zeit mit Erzählen von allerlei schaurigen Geschichten. So kam man, wie es zu geschehen pflegt, vom Hundertsten aufs Tausendste. Unter anderem brachte die Magd des Hauses das Gespräch auf das Abdrücken und beklagte sich sehr darüber, dass sie alsbald nach dem Einschlafen schwer davon zu leiden habe. Man wollte es ihr aber nicht glauben.

»Wartet«, sagte sie, »ich werde ihn euch fangen, wenn ihr euch nur eine halbe Stunde gedulden könnt!«
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 37

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Alb erkannt

In Ilsdorf waren zwei Liebesleute, die hatten sich sehr gern, sodass sie mit ihrem Gedanken Tag und Nacht beieinander waren. Der Bursche aber wurde seitdem immer vom Alb gedrückt, sodass er sich vor Gedrense (Stöhnen) nicht zu raten und zu helfen wusste. Er fasste also den Vorsatz, einmal den Schlaf zu überwinden und den Alb mit List zu fangen.

Demnach stellte er sich des Abends an, als ob er schliefe. Als der Alb nun kam und sich auf ihn setzte, warf er Weiterlesen