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Sagen der mittleren Werra 37

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Der Poppo-Saal im Schloss zu Burg- oder Herrenbreitungen

Das im Jahre 1640 von den Schweden zerstörte gräfliche Hennebergische Schloss, welches von der Landgräfin Hedwig Sophie auf einer Terrasse des rechten Werraufers an der Stelle des berühmten Mönchsklosters wieder erbaut wurde, schließt einen Saal in sich, der heute noch den Namen Poppo-Saal führt, und in welchem noch vor etlichen vierzig Jahren das Sterbebett des Grafen Poppo XII., Bruder des letzten Hennebergischen Grafen, zu sehen war. An diesem Bett standen die Worte Von Gottes Gnad’ Poppo etc.

Wer es wagte, diese Schrift mit dem Finger zu berühren, bekam von unsichtbarer Hand Ohrfeigen. Wurde das Bett aber von seiner Stelle gerückt, so vernahm man ein so heftiges Krachen und Donnern, als würden Kanonen im Saal abgefeuert, und zwar so lange, bis das Bett wieder auf seinen alten Platz zurückgebracht wurde.

Einst vermaß sich jemand, eine Nacht in diesem Bett zuzubringen. Der kam aber schlecht an. In der Mitternachtsstunde erschien der Graf, fasste den Verwegenen und schleuderte ihn vom Lager.