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Elbsagen 66

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

67. Magdeburger Nixen

Zu Magdeburg, an einer Stelle der Elbe, ließ sich oft die Nixe sehen, zog die hinüberschwimmenden Leute hinab und ersäufte sie. Kurz vor der Zerstörung der Stadt durch Tilly schwamm ein hurtiger Schwimmer für eine gute Belohnung hinüber. Als er aber wieder zurückschwimmen wollte und an den Ort geriet, wurde er festgehalten und hinuntergerissen. Niemand konnte ihn retten, und zuletzt schwamm sein Leichnam ans Ufer.

Zuweilen soll sich das Meerwunder am hellen Tag und bei scheinender Sonne zeigen, sich am Ufer auf die Äste dort stehender Bäume setzen und wie schöne Jungfrauen lange, goldgelbe Haare kämmen. Wenn sich aber Leute nähern, hüpft es ins Wasser zurück. Einmal, weil das Brunnenwasser hart zu kochen war, das Elbwasser aber weit und mühselig in die Stadt getragen werden musste, wollte die Bürgerschaft eine Wasserleitung bauen lassen. Man fing an, große Pfähle in den Fluss zu schlagen, konnte aber bald nicht weiter vorrücken, denn man sah einen nackten Mann in der Flut stehen, der mit Macht alle eingesetzten Pfähle ausriss und wegwarf, sodass man den vorgenommenen Bau wieder einstellen musste.

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