Aus dem Wigwam – Tutockänula
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor
Tutockänula
s ist schon sehr lange her, dass die Kinder der Sonne ihren Wohnsitz im Yosemite-Tal aufschlugen und sich der Wohltaten erfreuten, mit denen sie Tutockänula, der auf einem hohen Bergrücken wohnte, segnete. Er hütete die unzähligen Herden in den oberen Ebenen und trieb die Bären aus ihren Felsenhöhlen, damit sie der brave Jäger leicht erlegen konnte. Wenn er im Namen seiner geliebten Indianer zum Großen Geist betete, so fehlte dem Korn weder der erfrischende Regen noch die reifenden Sonnenstrahlen. Wenn er lachte, so kräuselte sich die silberne Oberfläche der Flüsse, und wenn er seufzte, so sangen die jungen Zweige im Wald.
Seine Gestalt war so gerade wie ein Pfeil und so geschmeidig wie ein Bogen. Sein Fuß war schneller als der des Rehs Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 50
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf entdeckt
Ein blutarmes Weibsbild ging, wie schon oft, einmal im Frühjahr hinaus, um hinter den Hecken sich Gras zu rupfen oder abzusicheln. Das wollte sie dann in den mitgenommenen Sack stopfen und zur Bewirtung ihres einzigen Hitzchens (Zicklein) auf dem Kopf heimtragen. Dieses muntere Tierchen war ihre Augenweide und so zahm, dass es ihr überall auf den Fersen nachfolgte. Auch jetzt hatte sie es wieder bei sich, und eben hüpfte es gerade recht lustig an einem Heckenrain herum, um sich da nach Herzenslust am grünen frischen Laub zu laben, als plötzlich Weiterlesen
Sir Henry Morgan – Der Bukanier 42
Kapitän Marryat
Sir Henry Morgan – Der Bukanier
Aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Adolf Krabbe Verlag, Stuttgart 1845
Zweiundvierzigstes Kapitel
Für Morgan tun sich bessere Aussichten auf. Er kommt gewissermaßen in die Mode und gibt Soirées gourmandes im Tower. Wird von dem schönen Geschlecht patronisiert, gewinnt bald nachher die Geneigtheit des Königs und kommt dann zu viel Ruhm und Ehren.
Henry Morgan hatte sich nun gegen Erregungen aller Art gestählt, diejenigen ausgenommen, welche seinem Stolz Weiterlesen
Review: Das Gewissen

Alexander Gail
Das Gewissen
Eine Horror-Kurzgeschichte
frei erzählt nach einer Comic-Episode von Bernie Wrightson
Erstveröffentlichung auf dem alten Geisterspiegel am 18. Juni 2007
John Ryan glaubte, seinen Verstand zu verlieren.
Schon seit einigen Wochen stieg er Nacht für Nacht wie in Trance versunken in sein Auto, fuhr aus der Stadt hinaus auf das Land und suchte die verkommene, leerstehende Villa auf.
Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 66
Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796
Der Eisenmeister heilt mit Fliegengift.
Zwei Kinder eines Bürgers in Günzburg – zwischen sieben und neun Jahren alt, wurden 1786 mit einem starken Ausschlag am Kopf befallen. Die Mutter kam zum Eisenmeister (sonst Kerkermeister), welcher, so wie andernorts die Schinder oder Abdecker, in die Arzneikunde pfuschte, und nun eben eine Salbe aus sogenanntem Fliegengift und frischer Butter bereitete. Die Frau klagte den Zustand ihrer Kinder. Der Quacksalber versicherte, dass eben die Salbe, die er nun verfertige, das unfehlbarste Mittel gegen die Ausschläge am Kopf sei. Die getröstete Mutter Weiterlesen

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