Archiv

Elbsagen 68

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

69. Der heilige Norbert und die weiße Kutsche

Der heilige Norbert, der dreizehnte unter den Erzbischöfen zu Magdeburg, war in seiner Jugend ein leichtsinniger Mensch. Er war in der Nähe des Niederrheins geboren und lebte dort in Saus und Braus, bis ihn einst, als er gerade von einem Zechgelage kam, ein Donnerschlag vom Pferd stürzte. Über eine Stunde lang lag er bewusstlos am Boden, da rief ihn eine Stimme aus der Wetterwolke an und ermahnte ihn, sich zu bessern. Er wachte auf, Weiterlesen →

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel XXVII

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

XXVII. Henrietta. Fischfang. Mokassin-Schlange. Depesche nach Whaly’s Ranch. Begegnung mit Kiowa.

Wir waren kaum von Buffalo Springs zurück, als wir schon wieder fort mussten. Dieses Mal ging es nach Henrietta, einer verlassenen, seiner Zeit von Indianern zerstörten Ansiedlung, um die dort herumstreifenden Indianer aufzusuchen. Wir machten unser Hauptlager am Fluss Little Wichita, wo wir sehr viele Fische fingen, besonders zwei Cad-Fische, von denen jeder fünfundsiebzig Pfund wog, aber weil sie zu fett und ölig, nicht gut zu essen waren. Wir machten ein großes Netz aus Kornsäcken, zogen es durch die tiefen Löcher und holten eine ungeheure Weiterlesen →

Die Sternkammer – Band 1 – Kapitel 16

William Harrison Ainsworth
Die Sternkammer – Band 1
Ein historischer Roman
Christian Ernst Kollmann Verlag, Leipzig, 1854

Sechzehntes Kapitel

Von dem Zeichen, welches der Puritaner der Versammlung gab

Inzwischen hatte sich eine große Menge unter dem Fenster versammelt. Obwohl man den Redner nicht unterbrach, konnte man doch an den zornigen Gesichtern seiner Zuhörer leicht die Wirkung der Anrede auf sie bemerken. Als Hugo Calveley ausgeredet hatte, faltete er seine Arme über die Brust zusammen und sah die Versammlung streng Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 78

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

90. Sankta Orilla

Auf der Burg, welche zur Mittagsseite der Stadt Lindau im See neben der Schiffbrücke und dem Gerätehaus liegt, ruht der Leib einer heiligen Jungfrau, Sankta Orilla oder Aurelia genannt. So geht die gemeine Sage. Die soll zu einer Zeit der Durchächtung in einem Schritt von Fußach, welches Dorf, jenseits des Sees auf eine Meile Abstand gelegen, davon den Namen empfing, bis nach Lindau auf gemeldete Burg geschritten sein. Man zeigt ihr Grab noch heute.
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Aus dem Wigwam – Der Feuergeist

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Der Feuergeist

ls einst die Nansemond mit den Erie Krieg führten, sahen sie sich unverhofft in einem Engpass gefangen. Auf beiden Seiten waren unübersteigbare Berge. Vor ihnen lag ein See und hinter ihnen befanden sich die blutdürstigen Feinde. Da die Nansemond sonst allgemein als schlaue und verschmitzte Krieger bekannt waren, so wird es wohl manchem unerklärbar er­scheinen, dass sie sich in diese Falle locken ließen; aber sie waren einigermaßen dadurch zu entschuldigen, dass es ein mächtiger Manitu, nämlich der Geist des Feuers, gewesen war, der ihnen diesen Streich gespielt hatte.

Kurz nach Anbruch der Nacht hatten sie einen großen Feuerball vor sich gesehen. Da sie ihn für den Wegweiser Weiterlesen →