Archiv

Aus dem Wigwam – Die Mutter der Welt

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Die Mutter der Welt
Eine Sage der Hundsrippen-Indianer

u den eisigen Gegenden des Nordens, weit hinter dem Land, wo die Jagdgründe der Schlangen- und Kupferminen-Indianer sind, wohnte zur Zeit, als sonst gar kein menschliches Wesen existierte, eine Frau, welche die Mutter der Welt wurde. Sie war nach der Erzählung der alten Medizinmänner klein und reichte einer Jungfrau kaum bis an die Schultern; aber sie war sehr schön und klug. Ob sie gutmütiger oder zänkischer Natur war, ist unbekannt geblieben, denn sie hatte keinen Mann und sonst war auch niemand in ihrer Nähe, der sie ärgern oder ihre Geduld auf die Probe hätte stellen können. Sie brauchte nicht, wie die anderen Indianerinnen, schwere Büffel in die Hütte zu schleppen oder im eiskalten Wasser herum zu waten und Fische zu speeren, während ihr fauler Herr Gemahl ruhig beim Wigwamfeuer saß und behaglich seine Pfeife rauchte. Sie hatte nur für sich selber zu sorgen, und das war keine schwere Arbeit, denn die Weiterlesen →

Geister-Schocker – Folge 32

Geister-Schocker – Folge 32
Dorf der Besessenen
Nach einer Idee von Joachim Otto und Markus Auge

Hörspiel, Grusel, Romantruhe, Kerpen-Türnich, 07.09.2012, Audio-CD, ca. 52 Minuten, 6,99 EUR, ISBN: 9783864730313

Buch: Markus Auge
Regie: Markus Auge, Simeon Hrisomallis
Musik, Sounddesign, Mix, Mastering: Tom Steinbrecher, Erik Albrodt
Tonstudio: Tonin Ton, Berlin
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 71

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Warum man spricht: Der arme Teufel.

All das unsölche (ungeheure) Gold und Silber, das in der ganzen Welt unter dem Erdboden verwunschen und vergraben liegt, hütet der Satan mit höchstem Fleiß. Lässt er den Menschenkindern davon etwas zukommen, so muss es wunderbar zugehen. Es hat aber alles auch seine Bewandtnis. Und wenn es dem Teufel selbst zu arg gewesen ist, dann war es arg genug – man heißt ihn wahrlich, trotz seines Reichtums, nicht umsonst so bedauerlich den armen Teufel.

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Die Riffpiraten – Kapitel 16

Heinrich Klaenfoth
Die Riffpiraten
Verlag Albert Jaceo, Berlin, um 1851

Kapitel 16

Der Philanthrop

In der Nähe der Stadt angekommen, kroch ich anfangs in ein Gestrüpp. Ich fasste, nachdem ich meine Lage noch einmal überflog, den Plan, mich zu töten, und versuchte diese Idee durch Erhängen auszuführen, als ein Mann hinzutrat, mich abschnitt und mich in seinen Schutz nahm.

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Allerhand Geister – Eine dunkle Macht – Teil 1

Allerhand Geister
Geschichten von Edmund Hoefer
Stuttgart. Verlag der I. G. Cotta’schen Buchhandlung. 1876

Eine dunkle Macht

Er ging im Zimmer auf und ab, mit ungleichmäßigem Schritt. Die Kleidung hing ihm unordentlich auf dem Leib, der Knoten des Halstuches war weit zur Seite geschoben, die Wäsche zerknittert, die Weste nur mit einem Knopf und obendrein schief geschlossen. Er hatte, da ich eingetreten war, auf dem Sofa gelegen und schien geschlafen zu haben. Sein Blick traf mich, als ob er mich kaum recht erkenne. Erst, als ich mit einem Scherz über sein Aussehen zum Tisch trat und mir eine Zigarre nahm, blickte er mich klarer an, erhob sich mit einem Ruck, deutete auf die Weiterlesen →