Der Detektiv – Band 31 – Der Schatz der CHRISTINE – Teil 1
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der Schatz der CHRISTINE – Teil 1
Im Speisesaal des Raffles-Hotels in Singapur spielte die ungarische Kapelle gerade den Walzer »Wenn die Liebe stirbt«. Harald Harst summte die Melodie leise mit. Dann sagte er ganz unvermittelt zu mir: »Was meinst du zu einem Abstecher hinüber zur Insel Borneo? Es gibt dort die berüchtigten Dayaks, die Kopfjäger und manches andere Interessante. Eine Expedition ins Innere könnte mich reizen.«
Er wollte noch mehr hinzufügen, doch der Kellner brachte gerade den zweiten Gang des Dinners, und Harst machte auf dem Tisch etwas Platz für die Platte mit den gebratenen jungen Hühnchen. Dann sprach er weiter über Borneo.
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 19
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 4
Allzeit voran! – das war das Losungswort schon des Knaben gewesen, den eine gütige Natur verschwenderisch mit allen Gaben gesegnet hatte, die sie nur einem Menschen verleihen kann, mit Kraft und Geist, mit Gesundheit und Schönheit. Aber solche Gaben können auch gefährlich werden.
Paul – dieser Vorname möge genügen – war der späte Sprössling eines hohen Geistlichen, nicht nur eines Pastors, und wenn der alte Vater stolz auf seinen so aufgeweckten Jungen war, so blickte der erfahrene Mann doch auch mit bangen Augen in die Zukunft des sich körperlich und geistig gar zu schnell entwickelnden Knaben, welcher, während seine gleichaltrigen Kameraden verächtlich von den Mädchen sprachen und deswegen nicht mit ihnen spielen wollten, schon ganz toll hinter diesen her war.
Lisanne Surborg – Nachtlügen
Sie leben unter uns! Nachtalben – Geschöpfe, deren Lebenselixier die Träume der Normalsterblichen sind. Doch zwischen den spitzohrigen Gesellen aus den Sagen und Legenden und den wahren Nachtalben bestehen fundamentale Unterschiede. Keine Koboldkrallen, die Halt im Rücken unbescholtener Schlafender finden, um ihnen das Grausen zu lehren; ebenso wenig wie feinstoffliche Wesen, die durch Türritzen oder Schlüssellöcher an die Ziele ihrer – Verzeihung – Träume gelangen.
Eigentlich sehen Nachtalben aus wie du und ich. Oder wie die junge Isra, die abends im Varieté kellnert (plumpe Anmachsprüche und Konsorten inklusive), um danach in die Wohnungen und Häuser von ihr ausgesuchter Individuen zu schleichen. Dort entwendet sie ihnen die Träume und tauscht sie gegen Albträume aus, deren Herzstücke aus den schlimmsten Ängsten und übelsten Befürchtungen der Leidtragenden bestehen. Sind die Nachtalben der Gegenwart also doch intrigante Sadisten? Mitnichten. Was für den Fisch das Wasser, ist für den Alb der Traum. Er selbst ist nicht fähig, selbige aus eigener Kraft zu erzeugen, benötigt sie aber, um nicht dem Wahnsinn zu erliegen. Traummanipulation bezeichnet es die weit gefächerte Weiterlesen
Der hinkende Teufel – Kapitel 4 – 2. Teil
Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840
Viertes Kapitel – 2. Teil
Die Liebesgeschichte des Grafen von Belflor und Leonore von Cespedes
Leonore hatte sie voll Ungeduld erwartet und fragte sogleich, was sie Neues bringe. »Die allerbeste Nachricht, die Ihr nur wünschen könnt«, antwortete die Alte: »Ich habe den Grafen gesprochen. Seine Absichten sind, wie ich ja gleich am Anfang sagte, untadelig. Er hat keinen anderen Zweck, als Euch zu heiraten; dies hat er mir bei allem, was heilig ist, geschworen. Natürlich habe ich ihm nicht blindlings geglaubt, sondern zu ihm gesagt: ›Wenn Ihr das im Sinne habt, warum geht Ihr nicht den geweihten Weg und wendet Euch an Don Luis?‹
›Ach, liebe Marzella‹, antwortete er, ohne, wie es schien, über meine Frage verlegen zu werden, ›könntet Ihr es wohl gutheißen, Weiterlesen
Die Hexen von Lancashire Band 1 – Erstes Buch – Kapitel 1
Die Hexen von Lancashire
Erster Band
Ein Roman aus dem Pendle-Wald von William Harrison Ainsworth
Leipzig, 1849
Erstes Buch
Alizon Device
Erstes Kapitel
Die Maikönigin
An einem ersten Maitage in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts und noch dazu an einem höchst lieblichen Maitage, der bewunderungswürdig geeignet war, den freundlichsten Monat des Jahres einzuführen und ausdrücklich für diese Gelegenheit geschaffen zu sein schien, ward ein Volksfest in Whalley gehalten, welches alle umwohnenden Landleute besuchten, so wie auch viele von den Edelleuten und Gutsbesitzern, denn in der guten alten Zeit, als England noch das lustige England war, hatte ein Weiterlesen

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