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Im Original Lesage

Der hinkende Teufel – Kapitel 5 – 1. Teil

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Fünftes Kapitel – 1. Teil
Fortsetzung der Liebesgeschichte des Grafen von Belflor

Don Luis ging sehr früh zum Grafen, der sich immer noch unentdeckt wähnte, und daher über diesen Besuch höchlich verwundert war. Er kam dem Alten entgegen, umarmte ihn mehrere Male hintereinander und sagte: ›Ich bin unendlich erfreut, Euch bei mir zu sehen. Wolltet Ihr mir vielleicht eine Gelegenheit bieten, Euch zu dienen?‹

›Herr Graf‹, antwortete Don Luis, ›ich wünschte, mit Euch allein zu sein.‹

Belflor ließ seine Bedienten abtreten. Sie setzten sich und nun nahm der Alte das Wort. ›Herr Graf‹, sagte er, ›meine Ehre und meine Ruhe machen eine Erklärung nötig, um die zu bitten ich gekommen bin. Ich habe Euch heute früh aus Leonores Zimmer Weiterlesen

Der hinkende Teufel – Kapitel 4 – 2. Teil

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Viertes Kapitel – 2. Teil
Die Liebesgeschichte des Grafen von Belflor und Leonore von Cespedes

Leonore hatte sie voll Ungeduld erwartet und fragte sogleich, was sie Neues bringe. »Die allerbeste Nachricht, die Ihr nur wünschen könnt«, antwortete die Alte: »Ich habe den Grafen gesprochen. Seine Absichten sind, wie ich ja gleich am Anfang sagte, untadelig. Er hat keinen anderen Zweck, als Euch zu heiraten; dies hat er mir bei allem, was heilig ist, geschworen. Natürlich habe ich ihm nicht blindlings geglaubt, sondern zu ihm gesagt: ›Wenn Ihr das im Sinne habt, warum geht Ihr nicht den geweihten Weg und wendet Euch an Don Luis?‹

›Ach, liebe Marzella‹, antwortete er, ohne, wie es schien, über meine Frage verlegen zu werden, ›könntet Ihr es wohl gutheißen, Weiterlesen

Der hinkende Teufel – Kapitel 4 – 1. Teil

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Viertes Kapitel – 1. Teil
Die Liebesgeschichte des Grafen von Belflor und Leonore von Cespedes

Der Graf von Belflor, einer der angesehensten Herren am Hof, war sterblich in die junge Leonore von Cespedes verliebt. Er hatte jedoch nicht die Absicht, sie zu heiraten, denn die Tochter eines einfachen Edelmanns schien ihm keine hinreichend glänzende Partie zu sein. Er wollte sie zu seiner Geliebten machen.

In diesem Verlangen folgte er ihr überall hin und verlor keine Gelegenheit, ihr durch seine Blicke seine Liebe auszudrücken. Doch er konnte weder mit ihr reden noch ihr schreiben, da sie fortwährend von einer strengen und wachsamen Duenna namens Marcella beaufsichtigt wurde. Darüber war er verzweifelt, und weil dieses Hindernis sein Verlangen nur noch glühender machte, Weiterlesen

Der hinkende Teufel – Kapitel 3

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Drittes Kapitel
Wohin der hinkende Teufel den Studenten führt und was er ihm zuerst zeigt

Asmodi hatte seine Schnelligkeit nicht umsonst gerühmt. Er durchflog die Luft wie ein von starker Hand abgeschossener Pfeil und ließ sich schließlich auf dem Turm der San-Salvador-Kirche nieder. Nachdem er wieder festen Fuß gefasst hatte, sagte er zu seinem Gefährten:

»Nun, Señor Leandro, ist es nicht eine falsche Redensart, wenn man einen holprigen Wagen ein Teufelsfuhrwerk nennt?«

»Allerdings«, antwortete Zambullo höflich, »denn dieses Fuhrwerk ist lieblicher als eine Sänfte und dabei so förderlich, dass man keine Zeit hat, sich auf der Reise zu langweilen.«

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Der hinkende Teufel – Kapitel 2

Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840

Zweites Kapitel
Fortsetzung der Befreiung des Asmodi

Der Dämon sah, dass sein Anblick die Studenten nicht zu seinen Gunsten einnahm, und sagte lächelnd: »Hier, Señor Don Cleophas Leandro Perez Zambullo, sehen Sie den reizenden Liebesgott, den souveränen Beherrscher der Herzen, vor sich. Wie gefällt Euch mein Aussehen und meine Schönheit? Sind die Dichter nicht ausgezeichnete Schilderer?«

»Offen gestanden«, antwortete Don Cleophas, »schmeicheln Sie ein wenig. Ich darf voraussetzen, dass Sie nicht in dieser Gestalt Psyche erschienen sind!«

»Das in der Tat nicht«, fiel der Teufel ihm ins Wort, »ich nahm die Gestalt eines kleinen französischen Marquis an, um sie plötzlich Weiterlesen