Archiv

Adventskalender 2021 – 11. Türchen

Richard von Volkmann-Leander
Träumereien an französischen Kaminen
Märchen, Leipzig 1874
Der Wunschring

Ein junger Bauer , mit dem es in der Wirtschaft nicht recht vorwärts gehen wollte, saß auf seinem Pflug und ruhte einen Augenblick aus, um sich den Schweiß vom Angesicht zu wischen.

Da kam eine alte Hexe vorbeigeschlichen und rief ihm zu: »Was plagst du dich und bringst es doch zu nichts? Geh zwei Tage lang gerade aus, bis du an eine große Tanne kommst, die Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 118

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Springwurz

In einem Oberhessischen Dorf wohnte ein blutarmer Bauernbursche, der Soldat werden sollte, und hatte doch nicht die geringste Lust dazu. In dem Brast darüber ging er an einem Sonntag einstmals ganz allein in einen dichten Wald, um seine betrübten Gedanken loszuwerden. Allein es wollte ihm kein Trost kommen. Währenddessen sah er an einem Baum hinauf und wurde gewahr, dass ein schwarzer Star in ein Astloch schlüpfte, in welchem er sein Nest mit Jungen hatte.
Weiterlesen →

Ein Ostseepirat Band 2 – Kapitel 10

Carl Schmeling
Ein Ostseepirat
Historischer Roman, Zweiter Band

X. Unerwartete Hilfe

Die Ursache, aus der die Flucht des Majors so schnell entdeckt wurde, war einfach genug.

Sowohl Wardow als auch seine Leute hatten bei ihrem Unternehmen nur das Gelingen desselben im Auge, jedoch nicht die Sicherung desselben. Als sie den Turm verließen, hatten sie daher nicht daran gedacht, alle Türen desselben zu verschließen, sondern eilten nur, um davonzukommen.

Weiterlesen →

Adventskalender 2021 – 10. Türchen

Richard von Volkmann-Leander
Träumereien an französischen Kaminen
Märchen, Leipzig 1874

Wie der Teufel ins Weihwasser fiel

Dass der Teufel öfters Unglück hat, weiß jedermann. Ja, es kommt so häufig vor, dass man einen Menschen, der Zahnschmerzen hat oder im Winter mit zerrissenen Stiefeln auf der Chaussee Steine klopfen muss oder dem sein Schatz an seinem Geburtstag einen Brief schickt, in dem kein Glückwunsch steht, wohl aber eine Absage auf immer – dass man sie alle drei arme Teufel nennt.

Weiterlesen →

Des Teufels Abenteuer in München im Sommer 1876 – VII

Der Teufel als Haushälterin

Ein Herr sucht eine gut beleumundete, junge Haushälterin. Fotografien sind beizulegen und werden nicht konvenierenden Falles diskret retourniert.

So las der Teufel in den Neuesten. Er verwandelte sich sofort in die schönste Sirene, ließ sich bei Leeb fotografieren und schickte Gesuch nebst Konterfei an die Expedition. Der Teufel schien dem Herrn unter allen Bewerbern an besten zu gefallen. Er durfte sich persönlich vorstellen.

Der Herr war eine glatt rasierte, sich um Eleganz bemühende Persönlichkeit, geriet über die neue Haushälterin ganz in Entzücken, wiewohl dies bei einem Zölibatär nicht sein sollte. Der Letzteren schien er nicht unbekannt. Der Teufel hatte schon in den Zeitungen von Liebesabenteuern dieses Herrn gelesen Weiterlesen →