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Des Teufels Abenteuer in München im Sommer 1876 – VII

Der Teufel als Haushälterin

Ein Herr sucht eine gut beleumundete, junge Haushälterin. Fotografien sind beizulegen und werden nicht konvenierenden Falles diskret retourniert.

So las der Teufel in den Neuesten. Er verwandelte sich sofort in die schönste Sirene, ließ sich bei Leeb fotografieren und schickte Gesuch nebst Konterfei an die Expedition. Der Teufel schien dem Herrn unter allen Bewerbern an besten zu gefallen. Er durfte sich persönlich vorstellen.

Der Herr war eine glatt rasierte, sich um Eleganz bemühende Persönlichkeit, geriet über die neue Haushälterin ganz in Entzücken, wiewohl dies bei einem Zölibatär nicht sein sollte. Der Letzteren schien er nicht unbekannt. Der Teufel hatte schon in den Zeitungen von Liebesabenteuern dieses Herrn gelesen und erinnerte sich dunkel, ihn schon in einem gewissen Club gesehen zu haben. Er ließ sich engagieren, verduftete aber auch sofort auf Nimmerwiedersehen für den Herrn und machte sein Abenteuer in der Stadt bekannt.