Archiv

Deutsche Märchen und Sagen 138

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

179. Das schwarze Kreuz in der Kirche St. Maria im Kapitol zu Köln

Linker Hand vom Chor der alten Kirche St, Maria im Kapitol steht ein Altar und auf demselben ein lebensgroßer Christus am Kreuz, der das Haupt nach der Brust senkt. Jedes Jahr sinkt dasselbe tiefer. Wird es endlich ganz mit dem Kinn auf der Brust ruhen, dann ist der Welt letzter Tag.

180. Das Kreuz zu Wenduine

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Aus dem Wigwam – Entstehung der Menschen nach Ansicht der Tschinuk

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Entstehung der Menschen nach Ansicht der Tschinuk

ie Tschinuk erzählen, dass, als einst der alte Toolux (Südwind) in den Norden wanderte, ihm die runzelige Quutshui, eine Riesin und Zauberin, begegnete. Er bat sie um etwas zu essen. Sie gab ihm ein Netz und sagte, er möge zusehen, ob er nicht einige Fische fangen könne. Er ging an das Wasser, warf das Netz hinein und fing auf den ersten Zug einen kleinen Walfisch.

Als er nun denselben mit seinem Messer in Stücke schneiden wollte, rief ihm das alte Weib zu: »Nimm eine scharfe Muschel und zerschneide den Fisch der Länge nach und nicht kreuzweise!«

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Eine besinnliche Weihnachtszeit

Adventskalender 2021 – 18. Türchen

Die fünf Träume
Aus: Deutsche Märchen von Karl Simrock, Stuttgart, 1864

Kaiser Karl ritt eines Tages auf die Jagd mit großem Gefolge. Da brachte er einen Hirsch auf, legte ihm nach und der Hirsch lief so schnell, dass ihn der Kaiser nicht einholen konnte. Zuletzt verlor er ihn ganz aus dem Blick. Wie er sich nun wieder nach seinen Gefährten umschaute, waren die so weit zurückgeblieben, dass er nichts mehr von ihnen hörte, noch sah. Ermüdet trat er bei sinkender Nacht in ein einsames Haus im Wald.

Da lagen vier Räuber um den Herd ausgestreckt und stellten sich, als hätte der Gast sie aus tiefem Schlaf gestört und wollten sich nun ihre Träume erzählen.
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 119

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Luft als Bote

Mehrere Soldaten, darunter ein Trompeter, wurden im Dreißigjährigen Krieg von Herbstein aus, wo das Regiment im Quartier lag, durch den Oberwald geschickt. Warum, weiß man nicht mehr, die fielen den Schnapphähnen in die Hände, welche sich dahin geflüchtet hatten.

Es kam zu einem erbittertere Kampf der paar Leute gegen die große Übermacht, und alle Soldaten, bis auf einen, lagen bald sterbewund auf dem Wasen. Dieser eine war der Trompeter. Der kletterte in seiner Todesangst auf eine Weiterlesen →