Deutsche Märchen und Sagen 139
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
181. Der hölzerne Gott zu Paschendale
Der Weg von Paschendale nach Moorslede führt durch ein klein Gebüsch. In demselben fand einmal ein Holzhacker auf einem Baumstumpf ein hölzernes Bild in Gestalt eines Ecce homo. Der gute Mann wagte nicht dasselbe wegzunehmen, sagte es aber dem Pfarrer. Der meinte erst, das Bild gehöre der einen oder anderen Kirche und erkundigte sich allenthalben darum, doch nirgends vermisste man ein Bild. Da nahm er es und setzte es in seine Kirche zu Paschendale hinter den Altar. Doch damit war das Bild nicht zufrieden und am anderen Morgen fand man Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Ein Medizinmann und sein Bruder
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh
Ein Medizinmann und sein Bruder
or langer Zeit kam ein Medizinmann mit seinem Bruder aus dem Norden zur Shoalwater Bay, um Krebse zu fangen. Als der Bruder eines Tages im Wasser herumwatete, sank er in ein tiefes Loch und wurde von einem Seeungeheuer verschlungen.
Der Medizinmann fand Kraft seiner Zauberkünste bald heraus, wo sein Bruder war, und bat die in der Umgebung wohnenden Riesen, ihm recht viele Steine zu bringen, was dieselben auch bereitwillig taten. Er sammelte während dieser Zeit trockenes Holz, legte dasselbe auf einen Haufen und ließ die Steine oben darauf werfen. Dann zündete er das Holz an. Sobald die Steine glühend heiß waren, warf er sie in die Bay, und das Wasser verdampfte.
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Paraforce Band 44
Mike Bauser
Paraforce 44
Woronosch, der Monstermacher
Die Frau saß direkt neben dem Fenster. Sie hatte die Beine angezogen und hielt mit beiden Händen den gerippten Kunststoffgriff einer langläufigen Makarow-Pistole umklammert.
Das Fenster war gekippt und die Gardinen blähten sich, trotzdem brachte der Abendwind keine Abkühlung. Der sibirische Sommer zeigte sich seit Tagen von seiner heißesten Seite und selbst jetzt bewegte sich die Temperatur immer noch in tropischen Regionen, obwohl es bereits dämmerte.
Die Schweißperlen auf der Stirn der Frau wirkten im grellen Licht der Straßenreklame, das draußen auf der Straße Weiterlesen
Das Buch vom Rübezahl – Teil 9
Das Buch vom Rübezahl
Neu erzählt von H. Kletke
Breslau, 1852
10. Rübezahls Pferd
Fast auf gleiche Art erging es einem alten Mann der mit geschliffenen und geschnitzten Gläsern handelte. Er ging mit einer ganzen Trage voll über das Gebirge. Bei der großen Hitze kam ihm das Bergsteigen recht schwer an. Als er fast oben war, wollte er sich auf den Stamm eines abgehauenen Baumes setzen, der da am Weg lag, um ein wenig auszuruhen. Aber der Mann versah es im Niedersitzen, dass er rücklings über den Stamm fiel, wobei denn ein Glas hier, das andere dorthin flog und in Stücke brach. Der Unglückliche, dessen ganzes Vermögen in diesen Weiterlesen
Des Teufels Abenteuer in München im Sommer 1876 – X
Im Franziskanerkloster zu München gibt es bekanntlich gutes Bier. Für den Laien ist aber der Zugang in neuester Zeit schwer. Doch der Teufel war raffiniert genug, sich Zutritt zu verschaffen. Da traf er denn im Bräustübl einen schon ganz bierseligen geistlichen Herrn vom Lande, der sich mit dem Teufel aufs Beste unterhielt und eine Maß nach der anderen verschlucke.
»Wissens«, sagte er schließlich zum Teufel, der als ehrsamer Münchener Spießbürger da saß, »i bin a Utilitätsmensch. I woas nöt g’wiß , ob hinter dem Ding – es war von der Religion die Rede – ebbas is aber nix. Is ebbas dahinta , so is guat, wenn ma mitmacht und is nix dahinta, so schodt’s nix. So sog i und i bin da Pforra vo …«
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