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Des Teufels Abenteuer in München im Sommer 1876 – X

Der Teufel und das Pfäfflein

Im Franziskanerkloster zu München gibt es bekanntlich gutes Bier. Für den Laien ist aber der Zugang in neuester Zeit schwer. Doch der Teufel war raffiniert genug, sich Zu­tritt zu verschaffen. Da traf er denn im Bräustübl einen schon ganz bierseligen geistlichen Herrn vom Lande, der sich mit dem Teufel aufs Beste unterhielt und eine Maß nach der anderen verschlucke.

»Wissens«, sagte er schließlich zum Teufel, der als ehrsamer Münchener Spießbürger da saß, »i bin a Utilitätsmensch. I woas nöt g’wiß , ob hinter dem Ding – es war von der Religion die Rede – ebbas is aber nix. Is ebbas dahinta , so is guat, wenn ma mitmacht und is nix dahinta, so schodt’s nix. So sog i und i bin da Pforra vo …«

»Recht hoben’s,« entgegnete der Teufel, natürlich nicht als solcher, sondern als Spießbürger, »i denk grod a so.« Das Pfäfflein war darüber sehr erfreut, einen solchen Gesinnungs­genossen gefunden zu haben. Sie tranken zusammen, bis sie der Glockenschlag zum Aufbruch nötigte.