Archiv

Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 3

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol
Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 3

Der Hauptmann war schon alt. Er hatte einen grauen Schnurrbart und saß, den Kopf auf beide Hände gestützt, mit einem Ausdruck dumpfer Trauer am Tisch. Er mochte fünfzig Jahre alt sein; aber der tiefe Gram in seinen Zügen und die bleiche, schlechte Farbe bewiesen, dass sein Herz ganz plötzlich gebrochen und vernichtet, und dass all seine frühere Fröhlichkeit und das laute sorglose Leben für immer zerstört war. Als Choma mit dem alten Kosaken in das Zimmer trat, nahm der Hauptmann die eine Hand vom Gesicht und nickte unmerklich mit dem Kopfe; Choma und der Kosak verbeugten sich tief vor ihm und blieben ehrfurchtsvoll an der Tür stehen.

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Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel X, Teil 4

Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.

Kapitel X, Teil 4

Kaum Platz genommen, erhob sich Herzog Michel von seinem Sitz und begann: »Meine Herren Lords! Es muss Ihnen bereits bekannt sein, auf welche scheußliche Weise abermals ein Soldat des englischen Heeres, ein Husar vom 7. Regiment, sein Leben verlor und zu Tode gepeitscht wurde. Ich trage nun darauf an, für den Augenblick alles andere ruhen lassend, dass ein Gesetz in Vorschlag gebracht werde, welches ein für alle Mal die Peitschenstrafe bei unserem Heer aufhebt. Ist es nicht eine Schande für Großbritannien, dass dessen Krieger noch immer durch die siebenschwänzige Katze in Zucht und Ordnung gehalten werden sollen – nicht müssen; denn der englische Soldat besitzt ebenso viel Ehrgeiz und steht auf derselben Stufe der Bildung wie der französische und deutsche, und wenn er hie und da mehr Rohheit zeigt, so ist es gerade diese rohe Behandlung, welche sie erzeugt. Fast in allen deutschen Staaten ist das Stockregiment abgeschafft, und wir, die wir uns das freie England nennen, an die Spitze der zivilisierten Nationen stellen wollen, wir Weiterlesen →

American Indian Weekly Nr. 2 – Aufgespürt in seinem Versteck – Kapitel 8

American Indian Weekly
Nummer 2, 1910
Aufgespürt in seinem Versteck
oder Die Verfolgung des Mitternachtsräubers
von Colonel Spencer Dair
Kapitel 8
Red Rogers schickt eine Nachricht an das Fort

In angespanntem Schweigen sah Rose zu, wie der Bandit näher kam, um die Befehle seines Herrn auszuführen.

Einen Augenblick lang dachte das Mädchen daran, sich sowohl dem berüchtigten Gesetzlosen, der sie zurückgewiesen hatte, als auch seinem Handlanger zu widersetzen. Ein einziger Schnitt mit ihrem Bowie-Messer würde die Fesseln des Pfadfinders hinter ihrem Rücken durchtrennen – und dann könnte sie sowohl Red als auch Pedro mit ihren Revolvern in Schach halten.

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Kommissar Rosic – Band 1.10

Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 10: Rosics grausame Überraschung

In der Droschke, die ihn nach Hause brachte, schwamm Rosic im Glück, den wertvollen Koffer auf den Knien.

Was für eine glückliche Begegnung er doch gerade mit diesem T. D. Shap gehabt hatte! Man musste schon sagen: Diese amerikanischen Detektive waren schlaue Köpfe. Und Rosic konnte es sich ruhig eingestehen: Niemals hätte ein französischer Polizist diese Ermittlung so wunderbar geführt und dieses unentwirrbare Rätsel gelöst. Welch eine Kombinationsgabe! Welch eine Meisterschaft!

Und vor allem: Welch eine Uneigennützigkeit.

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Die Geschichte des goldenen Saffianschuhs – Kapitel 1

Antonina Domańska
Die Geschichte des goldenen Saffianschuhs
Original: Historia żółtej ciżemki
Eine Erzählung aus der Zeit der Herrschaft von Kasimir IV. Andreas
Mit 11 Illustrationen

1489 – 1867

Ein wertvolles Juwel des alten Krakau, der Stolz Polens, ein Meisterwerk von Meister Veit Stoß und ein Denkmal seines Ruhms – der Hochaltar der Marienkirche, im Jahr 1489 von der reichen Krakauer Bürgerschaft gestiftet – verfiel zusehends.

Nahezu vier Jahrhunderte lang nahm dieses wunderbare Schnitzwerk den bedeutendsten Platz im Gotteshaus ein und trotzte beinahe vier Jahrhunderte lang dem verheerenden Zahn der Zeit, bis es schließlich doch nachgab.

So heißt es im Bericht des Kirchenrats der Marienkirche aus dem Jahr 1867:

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