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Märchen und Sagen

Adventskalender 2024 – 22. Türchen

Das kleine Zauberpferd

Es war einmal ein armer Mann, der hatte zwölf Söhne, und weil er sie zu Hause nicht alle ernähren konnte, schickte er sie in die große Welt hinaus, sie sollten sich selbst ihr Brot verdienen und das Glück versuchen. Zwölf Tage und Nächte gingen die Brüder quer über Berg und Tal, bis sie zuletzt ein reicher König zu Reitknechten annahm und jedem dreihundert Gulden Jahreslohn versprach. Nun war unter den Pferden des Königs ein sehr mageres hässliches kleines Pferd, das plagten und quälten die elf älteren Brüder fortwährend, weil es so hässlich war, aber der Jüngste sorgte besser dafür als jene; er suchte alle Brotrinden und Überbleibsel zusam­men für das kränkliche Pferdchen. Deswegen ver­spotteten ihn denn auch seine Brüder oft, ja zuletzt verachteten sie ihn ganz, als wäre er närrisch. Aber er ließ sich den Spott ganz ruhig gefallen und die Verhöhnung, ebenso ruhig wie das Pferdchen die Quälerei.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 54

Die Wahrzeichen Neu-Ruppins

Nicht bloß die alte Welt hatte 7 Weltwunder, auch Neu-Ruppin hat deren sieben aufzuweisen, nämlich: 1. einen Kanal ohne Wasser, 2. einen Weinberg ohne Wein, 3. einen Berg ohne Höhe (den Taschenberg, eine Straße), 4. einen Bienenkorb ohne Bienen (der Kirchturm der Pfarrkirche sieht wie ein Bienenkorb aus), 5. einen Rosenwinkel (eine Straße) ohne Rosen, 6. ein Kloster ohne Mönche (das alte Dominikaner Kloster), 7. eine Nonne ohne Kloster.

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Adventskalender 2024 – 21. Türchen

Der Teufel und die drei jungen Slaven

Wo war es, wo war es nicht — im Slavenland war einmal ein Mann, der hatte drei Söhne. Zu denen sagte er eines Tages: »Nun meine Kinder, geht einmal Land und Welt zu sehen. Es gibt ein Land, da badet sich auch die Goldammer in Wein, da ist auch der Hofzaun von Bratwürsten geflochten, und wenn ihr irgend glücklich werden wollt, müsst ihr vor allen Dingen des Landes Sprache lernen.«

Die drei Söhne hörten mit Freuden die Beschreibung des wunderbaren Lan­des an und brannten vor Begierde sich dahin auf den Weg zu machen. Ihr Vater begleitete sie bis auf einen hohen Berggipfel, dahin brauchten sie drei Tage zu gehen, und wie sie oben ankamen, waren sie an der Grenze des gesegneten Landes.

Da hing der Vater seinen Kindern einen leeren Ranzen um den Hals, und indem er dem Ältesten die Richtung Weiterlesen

Adventskalender 2024 – 20. Türchen

Die alte Straßenlaterne

Hast du je die Geschichte von der alten Straßenlaterne gehört? So außerordentlich amüsant ist sie zwar nicht, jedoch einmal lässt sie sich schon anhören.

Es war eine recht ehrliche, alte Laterne, die viele, viele Jahre hindurch ihren Dienst versehen hatte, nun aber in Ruhestand ver­setzt werden sollte. Zum letzten Mal steckte sie auf dem Pfahl und leuchtete durch die Straße. Es war ihr zumute, wie einer alten Ballett-Figurantin, die zum letzten Mal tanzt und morgen vergessen auf ihrer Bodenkammer sitzt. Die Laterne hatte sehr große Angst wegen des anderen Tages, denn sie wusste, dass sie zum ersten Mal auf dem Rathaus erscheinen und vom Bürgermeister und Rat besichtigt werden sollte, ob sie noch zu fernerem Dienst brauchbar sei oder nicht.

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Adventskalender 2024 – 19. Türchen

Der Teufel und der Riegenmeister

Es war einmal ein Riegenmeister, der saß und goss zinnerne Knöpfe. Da erschien der Teufel und sprach ihn an: »Guten Tag, mein Herr! Was machen Sie hier?« Der Riegenmeister erwiderte den Gruß und antwortete: »Ich gieße Augen.«

Daraufhin fragte der Teufel: »Könnten Sie eventuell auch mir neue Augen gießen?«

Der Riegenmeister erwiderte: »Natürlich, aber dafür benötige ich Augensalbe, und die habe ich momentan nicht.«

Der Teufel fragte weiter: »Könnten Sie es ein anderes Mal tun?«

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