Ingrid Noll – Hab und Gier
Karla Pinter war ehemals in einer Bibliothek beschäftigt und im Alter von 60 Jahren aus dem Dienst ausgeschieden, weil sie nicht so gut mit Computern und immer neuer Software umgehen konnte und dies auch zum Ende ihrer Dienstzeit nicht mehr wollte. Sie wird von ihrem ehemaligen Kollegen, Wolfram Kempner, etwas älter als sie selbst, zum Gabelfrühstück eingeladen.
Sie erinnert sich an das Grab seiner Frau Bernadette auf dem Weinheimer Friedhof, genauer gesagt, an die extravagante Inschrift auf der grauem Granitplatte, die das Grab bedeckt. Dort steht nämlich Bleib, wo du bist!, eine eigenartige Aussage, deren Sinn sich Karla nicht ganz erschließt.
Karla überlegt, ob sie Wolframs Einladung annehmen soll. Ihre Freundin Judith, wesentlich jünger als sie und noch Weiterlesen
Anne Boleyn Band 1 – Kapitel 1
Gräfin Luisa Mary von Robiano
Anne Boleyn
Historischer Roman, Constenoble, Jena 1867
Erster Band
1.
Anne Boleyn – Mary Tudor
Es war ein schöner, warmer Septembertag im Jahr 1514. Eine fröhliche Gesellschaft hatte die alten ehrwürdigen Räume des Schlosses Hever1 belebt, heitere, frische jugendliche Stimmen hatten im Gesang und in harmlosen Weiterlesen
Der Spion – Kapitel 2
Balduin Möllhausen
Der Spion
Roman aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, Suttgart 1893
Kapitel 2
Der Vaquero
Vom Lager der Kundschafter bis zu der bedrohten Ansiedlung betrug die Entfernung ungefähr eine Stunde mäßig schnellen Einherreitens. Nicht über sechshundert Einwohner zählend erhob sich der Ort inmitten von Hainen, Waldstreifen, Wiesen, Ackerflächen und sanft ansteigenden Hügeln. Ziegelsteine waren bei Errichtung der Baulichkeiten nur ausnahmsweise verwendet worden. Um so einladender nahmen sich dafür die aus Balken und Weiterlesen
Der Stern der Anthold – Band 1.1.
Adolph Streckfuß
Der Stern der Anthold
Band 1
Kriminalroman aus dem Jahr 1883
1.
»Herr Baron Hermann ist soeben angekommen!«, meldete ein alter Diener dem Baron Anthold.
»Hermann?«, rief dieser, vom Lehnstuhl aufspringend, in welchem er bequem zurückgelehnt, seine Zigarre rauchend, gesessen hatte. »Endlich! Aber wo ist er hergekommen? Ich habe keinen Wagen über das Pflaster des Schlosshofes rasseln hören.«
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Die Skalpjäger – Die Waffenstillstandsflagge
Thomas Mayne Reid
Die Skalpjäger
Dritter Teil
Vierzehntes Kapitel
Sie hätten sich die Mühe ersparen können. Wir hatten den Schmerz bereits gefühlt; aber es erfolgte jetzt eine Szene, welche uns neue Leiden bereitete.
Bis zu diesem Augenblick waren wir von den uns nahestehenden Teuren nicht erkannt worden. Die Entfernung war für das unbewaffnete Auge zu groß gewesen und unsere gebräunten Gesichter und reisebefleckten Kleidungsstücke waren an sich schon Masken.


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