Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 54

Die Wahrzeichen Neu-Ruppins
Nicht bloß die alte Welt hatte 7 Weltwunder, auch Neu-Ruppin hat deren sieben aufzuweisen, nämlich: 1. einen Kanal ohne Wasser, 2. einen Weinberg ohne Wein, 3. einen Berg ohne Höhe (den Taschenberg, eine Straße), 4. einen Bienenkorb ohne Bienen (der Kirchturm der Pfarrkirche sieht wie ein Bienenkorb aus), 5. einen Rosenwinkel (eine Straße) ohne Rosen, 6. ein Kloster ohne Mönche (das alte Dominikaner Kloster), 7. eine Nonne ohne Kloster.
Adventskalender 2024 – 21. Türchen
Der Teufel und die drei jungen Slaven
Wo war es, wo war es nicht — im Slavenland war einmal ein Mann, der hatte drei Söhne. Zu denen sagte er eines Tages: »Nun meine Kinder, geht einmal Land und Welt zu sehen. Es gibt ein Land, da badet sich auch die Goldammer in Wein, da ist auch der Hofzaun von Bratwürsten geflochten, und wenn ihr irgend glücklich werden wollt, müsst ihr vor allen Dingen des Landes Sprache lernen.«
Die drei Söhne hörten mit Freuden die Beschreibung des wunderbaren Landes an und brannten vor Begierde sich dahin auf den Weg zu machen. Ihr Vater begleitete sie bis auf einen hohen Berggipfel, dahin brauchten sie drei Tage zu gehen, und wie sie oben ankamen, waren sie an der Grenze des gesegneten Landes.
Da hing der Vater seinen Kindern einen leeren Ranzen um den Hals, und indem er dem Ältesten die Richtung Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 20. Türchen
Hast du je die Geschichte von der alten Straßenlaterne gehört? So außerordentlich amüsant ist sie zwar nicht, jedoch einmal lässt sie sich schon anhören.
Es war eine recht ehrliche, alte Laterne, die viele, viele Jahre hindurch ihren Dienst versehen hatte, nun aber in Ruhestand versetzt werden sollte. Zum letzten Mal steckte sie auf dem Pfahl und leuchtete durch die Straße. Es war ihr zumute, wie einer alten Ballett-Figurantin, die zum letzten Mal tanzt und morgen vergessen auf ihrer Bodenkammer sitzt. Die Laterne hatte sehr große Angst wegen des anderen Tages, denn sie wusste, dass sie zum ersten Mal auf dem Rathaus erscheinen und vom Bürgermeister und Rat besichtigt werden sollte, ob sie noch zu fernerem Dienst brauchbar sei oder nicht.
Adventskalender 2024 – 19. Türchen
Der Teufel und der Riegenmeister
Es war einmal ein Riegenmeister, der saß und goss zinnerne Knöpfe. Da erschien der Teufel und sprach ihn an: »Guten Tag, mein Herr! Was machen Sie hier?« Der Riegenmeister erwiderte den Gruß und antwortete: »Ich gieße Augen.«
Daraufhin fragte der Teufel: »Könnten Sie eventuell auch mir neue Augen gießen?«
Der Riegenmeister erwiderte: »Natürlich, aber dafür benötige ich Augensalbe, und die habe ich momentan nicht.«
Der Teufel fragte weiter: »Könnten Sie es ein anderes Mal tun?«
Adventskalender 2024 – 18. Türchen
Die drei Königstöchter im blauen Berg
Ein nordisches Volksmärchen
Es waren einmal ein König und eine Königin, die hatten keine Kinder und waren darüber so traurig, dass sie fast keine fröhliche Stunde mehr hatten. Eines Tages stand der König auf dem Altan und schaute über das weite Land und alles, was ihm gehörte. Es war sehr viel und sah sehr schön aus; aber er dachte, er könne sich gar nicht darüber freuen, wenn er nicht wisse, was nach seinem Tode mit allem geschehen solle. Als er so dastand und nachdachte, kam eine alte Frau von der Straße und bat im Namen Gottes um ein Almosen. Sie grüßte den König, knickste und fragte, was dem Herrn König fehle, dass er so unglücklich aussehe.
»Ach, gute Frau, da kannst du mir nicht helfen«, sagte der König. »Es würde auch nichts nützen, wenn ich es dir sagen würde.«
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