Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Oberhessisches Sagenbuch Teil 43

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Wie einer Hexe gelohnt wurde.

In Frischborn, einem Kirchdorf bei Lauterbach, lebten Leute, die waren ehedem blutarm gewesen und wurden zusehends reich. Man wusste in aller Welt nicht, wie das Ding zuging.

Zu ihnen kam eines Abends eine fremde Frau mit einem Kind an der Hand und bat sie, um der Barmherzigkeit Gottes willen, um eine Nachtherberge. Der junge Mann im Haus, seines Zeichens ein Zimmermann, willigte aus angeborener Gutmütigkeit auch sogleich ein und bot der Frau an, sie solle auf der Oberläute (per Oberstube) bei Weiterlesen →

Der Konstanzer Hans Teil 18

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Achtzehntes Kapitel

Hans verbindet sich mit Hannikel, geht aber bald wieder seine eigenen Wege.

Bald nach dieser Unternehmung kam Hans mit dem berüchtigten Zigeuner Hannikel in der Gegend von Horb zusammen. Kurz zuvor hatte die Erzgaunerin Mantua Hannikels Bruder, den Wenzel, und ihre drei Kinder verlassen. Die Hilflosigkeit dieser Kleinen ging Hans zu Herzen. Er versprach seine Hilfe zur Aufsuchung der Weiterlesen →

Elbsagen 43

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

43. Die Bettelmannskirche zu Meißen

Auf der südöstlichen Seite von Meißen erhebt sich ziemlich steil der sogenannte Plossenberg. Sein westlich vorspringender Teil führt jedoch den Namen Martinsberg von der diese Höhe krönenden Begräbniskirche zu St. Martini für die Bewohner der Dörfer Bockwein und Lercha. Ihre Entstehung wird verschieden erzählt. Nach einigen soll nämlich ein Ritter auf Schloss Siebeneichen bei Meißen sieben Söhne gehabt haben, deren einer, namens Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Die Legende vom Saline River

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Die Legende vom Saline River

or vielen, vielen Jahren wohnte am Bereinigungspunkt des Platte und des Saline Rivers ein mächtiger Indianerstamm. Unter seinen Kriegern war einer, der weit und breit in der Umgegend wegen seines furchtlosen, unerschrockenen Auftretens bekannt war. Fast jeder Wigwam der feindlichen Dörfer hatte seiner Mordbegier ein Opfer liefern müssen. Kein Bächlein floss in jener Gegend, das er nicht wenigstens einmal mit dem Blut eines Feindes gerötet hatte.

Häufig stahl er sich heimlich und unbegleitet weg, um seine Hände in Blut zu baden, was seine einzige Freude war. Aber nicht allein seine Feinde, sondern auch seine Freunde fürchteten ihn. Sie rühmten sich zwar seiner Führung, aber vor näherem Umgang mit ihm schreckte jeder zurück. Sein Wigwam blieb unbesucht und in der Mitte seines Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 42

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Abenteuer in der Walbersnacht

Eine Magd diente bei einer Herrschaft und manches, was sie im Haus sah und hörte, kam ihr äußerst verdächtig vor. Namentlich traute sie ihrer Herrin nicht und gab ihr deshalb auf Schritt und Tritt Achtung, doch konnte sie lange nichts Gewisses ausmachen. Als aber die Walbersnacht herbeikam, schickte man sie unter nichtigen Vorwänden früh zu Bett.

Wart, dachte sie, ich komme doch hinter die Geschichten. Also blieb sie aus Neugier wacker und bezwang den Weiterlesen →