Archiv

Literatur

Waldmärchen Band 1 – Freund Rabe

M. Friedrichsen
Waldmärchen Band 1
Illustriert von Georg Hinke
Jugend-Verlag Charlottenburg. 1913
Freund Rabe

In einem kleinen, armseligen Dorf standen nur wenige niedrige, mit Stroh gedeckte Hütten. Die Armut kennzeichnete fast alle von ihnen. Der größte Reichtum des Dorfes war seine große Kinderschar. Mit bloßen Füßen und dürftigen Röcken tummelten sie sich an diesem schönen Sommertag lustig auf der Dorfstraße herum.

Die Sonne schien hell, die Vögel zwitscherten und jubelten mit den Kindern um die Wette. Überall war fröhliches Leben zu sehen; nur ein kleines Mädchen saß einsam vor der verschlossenen Tür eines Häuschens und weinte bitterlich. Es war die arme Kathi, die in kurzer Zeit Vater und Mutter verloren hatte.

Weiterlesen →

Buffalo Bill Der letzte große Kundschafter – 17. Kapitel

Buffalo Bill
Der letzte große Kundschafter
Ein Lebensbild des Obersten William F. Cody, erzählt von seiner Schwester Helen Cody Wetmore
Meidingers Jugendschriften Verlag, Berlin 1902

Siebzehntes Kapitel

Satanta, der Häuptling der Kiowa

Von Fort Larned aus hatte man einen Blick auf ein großes, in der weiten Ebene gelegenes Feldlager der Kiowa und Comanchen. Zwar trugen sie noch nicht ihren vollen Kriegsschmuck und ihre Gesichter waren auch noch nicht kriegsmäßig bemalt, doch hatte sich bereits eine fieberhafte Unruhe ihrer bemächtigt, sodass es nur noch Tage bis zum Ausbruch offener Feindseligkeiten dauern konnte.

Satanta, der oberste Häuptling der Kiowa, war ein mächtiger und kriegstüchtiger Indianer. Wegen seiner Sprachgewandtheit wurde er der Prärieredner genannt. Er war klein und breitschultrig. Glühender Hass gegen die Weißen erfüllte seine Brust. Dabei fehlte es ihm Weiterlesen →

Die Hexen von Lancashire Band 1 – Kapitel 3

Die Hexen von Lancashire
Erster Band
Ein Roman aus dem Pendle-Wald von William Harrison Ainsworth
Leipzig, 1849

Einleitung
Der letzte Abt von Whalley
Drittes Kapitel

Whalley Abbey

Eine traurige Veränderung ist über die einst so schöne Abtei von Whalley hereingebrochen. Sie erkennt ihre alten Herren nicht mehr. Seit mehr als dreieinhalb Jahrhunderten ist der gesegnete Ort1 in Schönheit und Reichtum gewachsen. Siebzehn Äbte haben darin unbeschränkte Gastfreundschaft geübt, doch nun sind sie alle dahin, bis auf einen. Und dieser ist der Felonie und des Weiterlesen →

Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus 08

Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus
Aufzeichnungen einer hochgestellten Person
Verlag von Wilhelm Jurany. Leipzig. 1847

Unterredung mit seinem Sohn (Fortsetzung)

»Schwerlich«, antwortete Herr H. und zuckte mit den Achseln.

»Warum nicht«, fragte Satanas mehr als erstaunt, diesen Zweifel an seinem getreuen Sohn zu bemerken.

»Unter den großen Herren haben wir noch zu viele, die gern reden und darum auch zu viel reden«, bemerkte Herr H. »Man kann heute kaum noch zu Menschen reden, ohne ihnen etwas versprechen zu müssen. Versprechungen sind das einzige Palliativ für manche Wunder. Aber kann man wohl etwas versprechen, ohne sich selbst dabei zu versprechen? Ach, ich will schweigen, denn hierin sitzt eben das böse Geschwür, welches nicht so leicht und nicht so schnell zu heilen ist und für welches wir noch nicht den rechten Arzt haben. Denn unsere Ärzte scheinen es noch gar nicht zu wissen und auch kein Kapitel in ihrer Arzneiwissenschaft zu haben, dass unter Weiterlesen →

Der Detektiv – Band 30 – Die Matsoa-Spinne – Kapitel 2

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 30
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Die Matsoa-Spine

2. Kapitel
Ein Wiedersehen mit Eugénie Malcapier

Er nahm eine neue Mirakulum.

»Weshalb hast du mich vorhin so bedeutungsvoll angesehen?«, fragte ich nun.

»Weshalb? Lieber Alter, wenn der brave Jobster ein gelbes Auto sucht, kann er bis zu seinem seligen Ende suchen!«

Weiterlesen →