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Literatur

Deutsche Märchen und Sagen 53

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

53. Das weiße Kaninchen zu Dendermonde

Auf dem Wällchen (Vestje) zu Dendermonde wohnte vor alten Zeiten eine Milchfrau, die ihren Kunden allzeit getaufte Milch, das ist Milch mit Wasser vermischt, lieferte. Die Bäuerin starb sonder Beichte und seitdem schwärmte ihr Geist jede Nacht in Gestalt eines weißen Kaninchens um, welches rief:

Ik heb myn ziel aen den duivel verkocht
Omdat myn zoete melk niet en dogt.
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Das Gespensterhaus – 2. Kapitel Teil 1

August Heinrich Brass
Das Gespensterhaus
Eine Geistergeschichte aus Berlins Gegenwart
Verlag Louis Quien, Berlin, 1847

2. Kapitel Teil 1

Handelt von einigen Bewohnern des Gespensterhauses.

Es hatte ans Fenster gepocht – allerdings. Aber es war nur der Wind gewesen, der an die morschen Fensterrahmen gerüttelt hatte, denn es gibt nicht gerade Leute, die mit ausgestreckter Hand bis an das Fenster eines dritten Stockwerks reichen können, wenn sie sich nicht einer Leiter bedienen, um aus irgendeiner Weiterlesen →

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 56

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Der Teufel auf einem schwarzen Pferd will die Leiche holen.

Ein Arzt wurde zu einem todkranken Prediger gerufen und ritt, da die Gefahr groß vorgestellt wurde, noch spät zu ihm. Der Mond schien hell, er war der Gegend kundig, reiste allein und kam endlich in ein ihm wohlbekanntes Holz. Kaum war er hinein, so stutzte sein Pferd, und er spornte es umsonst. Nun lenkte er um und ritt durch einen Nebenweg auf die ordentliche Straße. Auf einmal stand es wieder. Er machte die Pelzkappe vom Gesicht zurück und sah einen Toten mit einem mit Blut und Beulen bedeckten Gesicht in einem Sarg unter einer Eiche. Nun fing Weiterlesen →

Der Detektiv – Die wandelnde Mumie – 4. Kapitel

Walter Kabel
Der Detektiv
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920

Die wandelnde Mumie

4. Kapitel

Ein nächtliches Verhör

Nachdem Harst sich auf das flache Dach geschwungen hatte, brachte ich die Leiter in den Hof zurück, verkroch mich dann in einem nahen Gebüsch, das etwa drei Meter von der Mitte der Mauer entfernt war.
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 11

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Krone im Bodekessel

Obwohl wir unter den Edlen des Harzes vielen berüchtigten Raubgrafen begegnen, deren Wahlspruch Reiten und Rauben ist keine Schande, denn das tun die Besten im Lande war, so treffen wir doch unter ihnen auch manch vornehmes Geschlecht, dem das Treiben der Raubritter im höchsten Grad verhasst war und das demselben mit aller Macht entgegentrat. Zu diesen edel gesinnten Rittern gehörten die Grafen von Lauenburg und Reinstein, von denen in der folgenden Geschichte erzählt werden soll.

Der Graf von Lauenburg, einer der mächtigsten und reichsten Ritter des Landes, hatte ein liebliches Töchterchen, Weiterlesen →