Archiv

Literatur

Eine Räuberfamilie – Erstes Kapitel

Emilie Heinrichs
Eine Räuberfamilie
Erzählung der Neuzeit nach wahren Tatsachen
Verlag von A. Sacco Nachfolger, Berlin, 1867
Erstes Kapitel
Am Golf von Neapel

Ein prachtvoller Septembertag des Jahres 1864 neigte sich dem Ende zu und warf seine letzten Strahlen wie funkelnde Diamanten über jene himmlisch schöne Gegend, von welcher es heißt: Ein Stück Himmel auf die Erde gefallen. Neapel sehen und sterben.

Weiterlesen →

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel XVI

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

XVI. Tyler. Abraham Lincolns Denkmal. Zurück nach Austin. Eilmärsche nach Cottonchin. Georgetown. Lagerleben in Austin.

Wir mussten einige Zeit in Tyler verweilen und den Zivilbehörden beim Einfangen von Mördern und Verbrechern Hilfe leisten, sodass wir in kleinen Abteilungen das Land durchstreiften. Da unser Taschengeld sehr zusammengeschmolzen war, so musste wieder neuer Vorrat verschafft werden. Es wurde also ein großes Schreiben aufgesetzt. Am Morgen ging mein Freund Hill damit unter die Negerbevölkerung und sammelte Beiträge Weiterlesen →

Die Sternkammer – Band 1 – Kapitel 7

William Harrison Ainsworth
Die Sternkammer – Band 1
Ein historischer Roman
Christian Ernst Kollmann Verlag, Leipzig, 1854

Wie Lord Roos Sir Francis Mitchells Unterschrift erhielt.

»Was, mein Fürst, der Wucherer«, rief Lord Roos in scherzendem Ton, »mein würdiger Geldverleiher, der niemals mehr als hundert Prozent Zinsen nimmt und mit weniger nicht zufrieden ist; der niemals mehr fordert, als die Verschreibung verspricht – wenn nicht mehr zu haben ist; der nie einen harten Handel mit einem bedürftigen Mann macht, wie er selber sagt; der nie einen Schuldner verfolgt, wie die Gefängnisse beweisen können; der gerecht ist Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 67

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

70. Mützchen

Im Heinischen Busch bei Freiberg in Meißen erschien ehedem häufig ein Geist, welcher die Durchwandernden auf allerlei Manieren quälte. Zumeist hüpfte er ihnen auf den Rücken, klammerte sich um ihren Hals fest und ließ sich also ein gutes Stück Wegs tragen. Waren die Leute dann hundemüde, sodass sie kaum noch Atem schöpfen konnten, dann ließ er sie los, kletterte pfeilschnell auf einen Baum, lachte sie derb aus und machte Grimassen aller Art. Vornehmlich hat er dies Spiel, wovon viele Personen krank geworden und einige selbst gestorben sind, im Weiterlesen →

Die Hexen von Forres – Kapitel 1

Die Hexen von Forres
Oder: Der unglückliche König Stuart Robert III. und seine Söhne
Eine wahre Schauergeschichte aus alter Zeit
Erstes Kapitel
Der Hexentanz

War das eine grause Nacht, die Valentinsnacht in Schottland im Jahre 1076. Wetter und Stürme zogen heulend durch das Land, als wäre die ganze Hölle los; Blitz auf Blitz zuckte durch die kohlrabenschwarze Gewitternacht hin, als wollten sie Himmel und Erde zerreißen und in Flammen setzen, und die Donner rollten am Firmament auf und ab, dass die festesten Gebäude zitterten und die Felsen in ihren Grundfesten wankten. Die Kinder zitterten in ihren Bettchen, Alt und Jung, Väter und Mütter sprangen erschrocken aus dem Schlaf auf und knieten angstvoll Weiterlesen →