Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 14. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel macht die Kranken im Hospital in Nürnberg ohne Arznei gesund.
u einer anderen Zeit kam Eulenspiegel nach Nürnberg und gab sich für einen Wundarzt aus, weil er auf diese Weise am leichtesten betrügen konnte. Hier schlug er an den Straßenecken große Zettel an, mit der Nachricht, dass ein gelehrter Wundarzt daselbst angekommen sei. Wer krank sei, solle zu ihm kommen, er könne alle kurieren. Nun war das Hospital daselbst voll von Kranken, und der Spitalmeister wäre dieselben gern los gewesen, um sie als gesund entlassen zu können. Er ging deshalb sogleich zu dem Wunderdoktor und bat ihn, dass er doch in das Hospital kommen und seinen vielen Kranken helfen möchte.
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 13. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel wird wieder Arzt bei einem Kind in Peine.
s ist ein großes Vorurteil, welches leider viele Menschen und besonders die Landbewohner hegen, dass sie lieber von einem Quacksalber untaugliche Mittel für vieles Geld kaufen, als einen erfahrenen Arzt fragen und dessen Rat befolgen und dadurch den Kranken oft an den Rand des Grabes bringen.
So ging es auch zu Eulenspiegels Zeiten.
Kurz nach voriger Geschichte kam Eulenspiegel nach Peine im Stift Hildesheim. Hier ging er in ein Weiterlesen
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 12. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel wird Arzt bei des Bischofs kranken Hofdoktor.
u Magdeburg war einst ein junger Bischof mit Namen Bruno, ein Graf von Querfurt, der hörte von den vielen Possen des Eulenspiegel. Daher forderte er ihn zu sich nach Grevenstein. Dem Bischof, welcher selbst die Narrheit liebte, gefielen die Schwanke Eulenspiegels, und er beschenkte ihn deshalb mit schönen Kleidern und Geld. Nun hatte der Bischof einen ernsthaften und gelehrten Leibarzt, der sich nicht gut mit dem Possen liebenden Bischof vertragen konnte und oft zu ihm sagte, er möchte doch lieber verständige Leute als Narren am Hofe halten.
Den Rittern und dem Hofgesinde war dies aber keine gefällige Äußerung des Doktor, und sie sagten: »Wer die Torheiten Weiterlesen
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 11. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel gibt sich in Magdeburg für einen Luftspringer aus.
ls Eulenspiegel den Dienst beim Pfaffen verlassen hatte, ging er nach Magdeburg, und gab daselbst so viel närrisches Zeug an, dass in allen Häusern von Eulenspiegel gesprochen wurde, und wo er sich sehen ließ, wurde er fast von jedermann angelegen, dass er doch auch große Kunststücke machen möchte. Endlich machte er in der Stadt durch Ausrufen bekannt, dass er von der Laube des Rathauses herunterfliegen wollte. Nun versammelten sich vor dem Rathaus viele tausend
Menschen, alte und junge, und warteten, was Eulenspiegel angeben würde. Da trat er oben auf die Laube und bewegte die Arme, als ob er fliegen wollte. Die Zuschauer aber sperrten Augen und Mund auf, und erwarteten mit Weiterlesen
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 10. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel vermietet sich als Knecht bei einem Pfaffen und isst ein gebratenes Huhn vom Spieß.
achdem Eulenspiegel dem Dorfjunker entwischt war, kam er in ein Dorf im Stift Magdeburg, welches Buttenstätt genannt wurde. Daselbst vermietete er sich bei dem Pfaffen als Knecht. Dieser versprach ihm, dass er bei ihm gute Tage haben solle.
Essen und Trinken, was ihm nur schmecke, so gut, wie es seine Haushälterin hätte, und die Arbeit, welche er zu verrichten habe, könne er mit halber Mühe tun. Das gefiel Eulenspiegel wohl, er tat deshalb auch alle Arbeit nur halb.
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