Verschollen in den Smokies
Die Smoky Mountains, ein Reich ätherischer Schönheit und uralter Magie, erheben sich wie Hüter eines verborgenen Wissens. In deren Nebelschleiern verbergen sich nicht nur die Gipfel, sondern auch die Erzählungen längst vergangener Zeitalter. Wenn die Dämmerung hereinbricht und die Schatten sich ausdehnen, erwachen die Melodien des Waldes und das Flüstern der Vergangenheit scheint sanft durch die Baumkronen zu schweben.
Hier, wo die Cherokee ihren Ursprung haben, spinnen Geschichten von Geistern und übernatürlichen Wesen ein dichtes Netz aus Mysterien. Besonders die Legende der Nunnehi entfaltet sich wie ein Märchen aus einer anderen Welt: ein geheimnisvolles Volk, das als Geister oder unsichtbare Bewohner bekannt ist und den Cherokee in Zeiten der Dunkelheit beistand, indem es Krieger schützte oder geheime Pfade durch die Wälder offenbarte. Diese Wesen sollen in besonderen Felsen oder Hügeln wohnen, die als Tore zu ihrer verborgenen Sphäre dienen.
Der allgegenwärtige Nebel, der diesen Bergen ihren Namen verlieh, birgt mehr als nur kondensierte Feuchtigkeit. Er wird als Geflecht aus Träumen und Erinnerungen all jener gesehen, die einst über diese Wälder wanderten und dort ihre letzte Ruhe fanden. In der tiefen Stille könnte man schwören, schattenhafte Gestalten zu erspähen, die lautlos durch die alten Baumriesen Weiterlesen
Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 47
Am Morgen des sechsten Tages bestiegen wir zwei unserer Pferde und machten uns auf den Weg zu unserem früheren Lagerplatz, wo wir so viele Stunden der nächtlichen Kontemplation genossen hatten. Es war einer der schönsten Tage, die man sich vorstellen kann: klar und warm, und alles war vom satten Glanz der strahlenden Sonne getönt. Am späten Nachmittag erreichten wir unser Wildbret, das unberührt von Tieren oder Vögeln so geblieben war, wie wir es zurückgelassen hatten. Während unseres Marsches hatten wir mehrere Hirsche gesehen, konnten aber keinen Schuss auf sie abgeben. Wir entzündeten ein Feuer und bereiteten eine Hirschschulter zum Abendessen zu. Da wir uns in einiger Entfernung vom Fluss befanden und kein Wasser holen konnten, ohne einen steilen Felsvorsprung hinabzusteigen und damit unser Leben zu riskieren, hatten wir jedoch kein Wasser. Wir strengten unseren Erfindungsreichtum an, um eine Lösung zu finden – und hatten Erfolg. Wir nahmen den Magen eines Hirsches, der zuvor für den Verzehr gereinigt worden war, füllten ihn mit Schnee und legten dann erhitzte Steine hinein. Wir wiederholten diesen Vorgang, bis wir schließlich im Besitz von einer Gallone Wasser waren. Dieses glückliche Ereignis wurde gebührend mit ausgelassenen Feierlichkeiten begangen.
Nachdem wir diese wichtigen Vorkehrungen getroffen, zu Abend gegessen und das auf so einfallsreiche Weise beschaffte erfrischende Getränk genossen hatten, legten wir uns an derselben Stelle wie in den letzten drei Nächten nieder und genossen eine ungestörte Weiterlesen
Deadwood Dick – Der schwarze Reiter der Black Hills – Kapitel 3
Deadwood Dick – Der Prinz der Straße
Oder: Der schwarze Reiter der Black Hills
Von Edward L. Wheeler
Kapitel 3
Cattymount – Ein Streit und seine Folgen
Eine Woche nach den zuletzt geschilderten Ereignissen war der Saloon Metropolitan in Deadwood Schauplatz einer größeren Jamboree als seit vielen Wochen zuvor.
Es war Samstagabend und aus den Minen von Gold Run, Bobtail, Poor Man’s Pocket und Spearfish sowie aus dem kleinen Deadwood und Crook City strömten raue, grimmige Goldgräber, erschöpft aussehende Pilger und die unvermeidlichen, stets auf der Suche nach neuen Opfern befindlichen Gauner.
Das Metropolitan war damals wie heute das Hauptquartier der Metropole Black Hills für ankommende Züge und Postkutschen und Weiterlesen
Die Virginier – Erster Band – 12. Kapitel
William Makepeace Thackeray
Die Virginier
Erster Band
Wurzen, Verlags-Kontor, 1858
12. Kapitel
Nachrichten aus dem Felde
Wir müssen uns vorstellen, dass der Abschied zwischen den Brüdern vorüber ist, dass George seine Stellung in Mr. Braddocks Gefolge eingenommen hat und Harry nach Castlewood und zu seiner Pflicht heimgekehrt ist. Sein Herz weilt bei der Armee, und seine Beschäftigungen zu Hause bedeuten dem Jungen keine Freude. Er muss sich eingestehen, wie lief enttäuscht er sich fühlt bei der Verpflichtung, unter dem stillen, heimischen Dach auszuharren, wo es ihm trauriger denn je scheint, seit George fort ist. Harry geht an eines Bruders leerem Zimmer nur abgewandten Blickes vorbei; er sitzt auf Georges Platz oben am Tisch und seufzt, wenn er aus seinem silbernen Becher trinkt. Madame Warington bringt jeden Tag standhaft die Gesundheit des Königs aus; und am Sonntag, wenn Weiterlesen
Der Mythos Tempelritter – Teil 3.19
Einst waren sie im Hochmittelalter die mächtigste Organisation auf Gottes Erden. Sie waren führend im Bankwesen, sie besaßen die größte Flotte des Abendlandes. Zeugen ihrer schier übermächtigen Größe und ihres Reichtums findet man noch heute: Der Newport Tower in Newport, Rhode Island, der als Leuchtturm der Templer gilt; Santa Mariá de Eunate in Spanien, welche die Templer nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem erbauten; Temple Church in London, die den Templern als englisches Hauptquartier diente; die Klagemauer sowie der Tempelberg in Jerusalem, wobei aufgrund der derzeitigen religiösen und politischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina es dort unmöglich erscheint, umfangreiche Ausgrabungen Weiterlesen


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