Oberhessisches Sagenbuch Teil 117
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Braundosten und Baldrian
Am Gekräutertag, wie man im Vogelsberg den Tag der Himmelfahrt Christi nennt, geht man hinaus, um heilkräftige Pflanzen zu suchen, denn dann ist der Segen Gottes über alles Wachstum ausgegossen. Besonders sucht man Braundosten und Baldrian, zwei Pflanzen, die man in die Stube und über die Stalltür hängt, zum Schutz gegen Zauberei.
Eine Magd kam einmal mit einer Last Gras aus dem Wald und begegnete einem Hexenmeister.
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Ein Ostseepirat Band 2 – Kapitel 9
Carl Schmeling
Ein Ostseepirat
Historischer Roman Zweiter Band
IX. Die Befreiung
Als Wardow den Major verlassen hatte, beschäftigten sich seine Gedanken ganz ausschließlich mit der Angelegenheit desselben.
Der Hauptplan zur Befreiung desselben war bei dem jungen Mann bald fertig; er wollte als derjenige im blauen Turm erscheinen, der den Verhafteten zum Verhör zu führen habe. Er zweifelte nicht daran, dass man ihm den Major überantworten werde, und derselbe war alsdann auf freien Füßen.
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Adventskalender 2021 – 3. Türchen
Friedel und Dorle
Ein Adventsmärchen
Aus: Tante Lisbeths Weihnachtsbuch, Regensburg, 1902
Es war einmal ein liebes, herziges Geschwisterpaar, ein Bübchen und ein Mägdlein, Friedel und Dorle; die lebten in der Nähe eines freundlichen Tannenwaldes in einem armseligen Hüttchen. Ach! Es waren arme Kinder! Der brave Vater war Förster im nahen Wald gewesen. Als man ihn eines Tages tot nach Hause brachte, da starb auch bald die arme Mutter vor Herzeleid, und nun waren Friedel und Dorle allein, Die beiden hatten sich immer sehr lieb gehabt, doch nun, wo ihnen gar niemand mehr blieb, liebten sie sich noch mehr als zuvor.
Das Buch vom Rübezahl – Teil 5
Das Buch vom Rübezahl
Neu erzählt von H. Kletke
Breslau, 1852
6. Wie Rübezahl einen Bettler darstellt
Zu einer anderen Zeit stellte Rübezahl selbst einen Bettler dar und bat einen Freiherrn, der über das Gebirge reiste, um einen Zehrpfennig.
Es soll aber der Herr zu ihm gesagt haben: »Pack dich, bist du doch stark genug. Geh und tu Gutes, arbeite den Leuten um Lohn.«
Des Teufels Abenteuer in München im Sommer 1876 – VI
Der Teufel vom Schuster gepresst
Vom vielen Wandern wurden des Teufels Stiefel kaputt. Bei einem Schuster ließ er sich neue anmessen. Nach ein paar Tagen bekam er sie nebst einer Rechnung von 18 Mark, die er sofort bezahlte. Wie es der Zufall wollte, ging er mit den neuen Stiefeln an einem Schuhwarenmagazin vorüber und sah dort Stiefel, die den seinen aufs Haar glichen. Neugierig trat er in das Magazin und hatte bald heraus gefunden, dass sein Schuster die Stiefel, die er ihm für 18 Mark angeblich gemacht hatte, hier für 12 Mark gekauft hatte.
»Den Fortschritt soll der Teufel holen«, sagte nun selbst der geprellte Höllenfürst, eine Übereinstimmung, die Herrn Pfarrer Westermayer nicht wenig freuen wird.

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