Sagen der mittleren Werra 20
Der Bermbacher Hirte und der Otternkönig
Der Bermbacher Hirte sah eines Tages, als er dort im Wald hütete, eine weiße Schlange von der Länge eines Mannes, die trug eine glitzernde Krone und hatte gar keine Eile.
Da es dem Hirten nach der Krone gelüstete, so schlug und warf er mit seiner Schöpfe nach dem Otternkönig. Der Hirt aber wäre beinahe übel angekommen. Der Otternkönig tat einen gellenden Pfiff und im Nu schoss von allen Seiten alles lebendige Gewürm Weiterlesen
Kriminalakte 5 – Zweiunddreißig Stunden Todesangst
Zweiunddreißig Stunden Todesangst
Stuttgart, die Landeshauptstadt von Baden Württemberg, gilt auch heute noch, trotz mehr als 600.000 Einwohnern, im Allgemeinen nicht als Großstadt, sondern als beschauliches, behäbiges und konservatives Dorf. Ein Ruf, den die schwäbische Metropole trotz aller Bemühungen bis dato nicht wirklich abschütteln kann.
Das liegt zum großen Teil an ihren vielen Stadtteilen, die sich alle bis heute ihren eigenständigen, dörflichen Charakter bewahrt haben, aber auch an der Mentalität der Schwaben, jedenfalls der Alteingesessenen.
Thaddäus Troll, einer der bekanntesten schwäbischen Heimatschriftsteller, hat über diesen Menschenschlag mehrere Bücher veröffentlicht, die jedem Leser diesen Umstand, wenn auch mit ironischem Augenzwinkern, Zeile für Zeile vor Augen führen.
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Adventskalender 2021 – 12. Türchen
Georg Keil
Neue Märchen für meine Enkel
Leipzig, 1849
Der Schneemann
Ach! Es war so herrlich draußen im Garten! Der Schnee lag fast eine halbe Elle hoch, und die Sonne schien so hell und klar. Alles glänzte und blitzte wie lauter Edelgestein, die Luft glitzerte und funkelte, als ob jemand Demantstaub hineingestreut hätte. Die Äste der Apfel- und Birnbäume waren wie mit Zuckerkant überzogen. Man hätte sich gleich einen Zuckerstängel abbrechen und aufessen mögen. Die Zweige der Tannen und Fichten hatten Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 137
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
177. Das Kreuz in der Sankt Georgskirche zu Köln
In der Sankt Georgskirche zu Köln ist (war) ein metallenes Kreuz mit dem Bild des Erlösers, welches viel Wunder tat und als ein großes Heiligtum galt.
Daher kam es auch, dass die Frauen aus der Stadt eine Menge Kerzen vor demselben anzündeten und opferten.
Der Glöckner aber war ein Dieb, hatte wenig oder gar keine Andacht zu dem Bild und stahl häufig die Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Kosmogonie der Sauk und Muskogee
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh
Kosmogonie der Sauk und Muskogee
m Anfang schuf der Große Geist alle Tiere, die auf der Erde leben. Als er damit fertig war, machte er auch Menschen, die aber grausam und närrisch waren. Darauf gab er einem jeden Menschen das Herz eines der besten Tiere, doch sie blieben, wie sie waren, sodass Gott sich genötigt sah, ein Stück von sich abzuschneiden und daraus Herzen für sie zu machen. Danach wurden die Menschen klüger als alle Tiere.
Die Erde war zu dieser Zeit auch von unzähligen Jamwoi (Riesen) und Göttern bewohnt. Mit den Ersteren verbanden sich nun die Götter, welche unter dem Wasser hausten, um Wesukkä, den Häuptling der Götter auf der Oberwelt, zu stürzen. Aber sie fürchteten sich doch so sehr vor Wesukkä, dass sie nicht wagten, ihn in einer Weiterlesen


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