Sagen der mittleren Werra 52
Von einem Spuk in Brotterode
Bei Brotterode lagerte einmal im Dreißigjährigen Krieg ein Haufen Kroaten auf der nach ihnen auch heute noch sogenannten Kroaten-Eller. Der drangsalierte den Ort gar arg. So erstachen sie neben dem Wirtshaus auch einen Mann. Der spukt heute noch. Bald steht er in nachdenkender Stellung und mit verschränkten Armen an der Ecke des Wirtshauses, bald geht er am Bach auf und ab. Wem er aufstößt, bringt er nichts Gutes.
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Deutsche Märchen und Sagen 169
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
224. Weißer Geist zu Nürnberg
Gegen das Jahr 1672 lebte in Nürnberg ein Goldschmied mit seiner Frau und sechs Kindern. Diese Frau hatte einen Familiengeist, der immer um sie war und ihr vorhersagte, was ihr begegnen würde. Er zeigte sich ihr in Gestalt eines weißgekleideten Kindes, welches eine Sanduhr in der Hand trug.
Einmal sprach er zu ihr: »Frau, Ihr wäret tot gewesen, hätte nicht ein Sandkörnchen, welches ein Loch in diesem Gläschen gestopft hat, Euch geholfen.«
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Die Brille des Teufels – IV
Die Brille des Teufels
Nach dem Englischen von Wilkie Collins
Diese Geschichte erschien ursprünglich in der New Yorker Zeitschrift The Spirit of the Times am 20. Dezember 1879 als The Magic Spectacles. Sie wurde unter demselben Titel in The Seaside Library im Juni 1880 nachgedruckt. In Großbritannien erschien es unter Wilkies bevorzugtem Titel The Devil’s Spectacles in lokalen Zeitungen, darunter dem Bath Herald in zwei Teilen am 20. und 27. Dezember 1879.
Im Januar 1887 schrieb Collins eine Notiz zu The Devil’s Spectacles, Love’s Random Shot und Fie! Fie! Or, the Fair Physician: »Diese Geschichten haben in Zeitschriften ihren Zweck erfüllt, sind aber einer Wiederveröffentlichung in Buchform nicht würdig. Weiterlesen
Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 1 – 2. Kapitel
A
us den Geheimakten des Welt-Detektivs
Band 1
Das Geheimnis der jungen Witwe
2. Kapitel
Sohlenlänge 37
Das Haus Paul Estrades, welches der Detektiv nun an der Seite der schönen jungen Witwe betrat, war mit solidem Komfort eingerichtet.
Der Verstorbene schien ein großer Freund guter Gemälde gewesen zu sein, denn Sherlock Holmes bemerkte, dass schon das Vestibül mit einigen hervorragenden Originalen geschmückt war.
Über eine teppichbelegte, hell erleuchtete Treppe führte ihn Ellen Estrade hinauf in das erste Stockwerk.
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Anne Bandel – Von oben fällt man tiefer
Anne Bandel – Von oben fällt man tiefer
Ein Wanderkrimi
Rechtsanwalt Theophil Kornmaier, sechsundvierzig Jahre alt, wird von Alpträumen geplagt. Immer wieder erlebt er, wie sein Bruder Matti im Gebirge von einem Felsen mitgerissen wird, in die Tiefe stürzt und stirbt. Dreißig Jahre ist der tatsächliche Unfall her, aber Kornmaier lässt er noch immer nicht los.
Die Therapie bei Frau Sollenhauer hat bisher nicht dazu geführt, dass die Erinnerung an Mattis Absturz verblasst. Immer wieder zieht ihn dieser Albtraum hinunter in den Abgrund seiner Vergangenheit, liegt dann wie ein grauer Morgennebel über seinem Leben und wird manchmal so dicht, dass er selbst tagsüber in einer melancholischen Schwere versinkt.

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