Archiv

Schinderhannes – Sechstes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Sechstes Kapitel

Schinderhannes geht auf das rechte Rheinufer und wird Krämer.

Schinderhannes war nun 20 Jahre alt und hatte sich durch seine Räubereien so viel erworben, dass er ruhig und sorgenlos leben konnte. Auf dem linken Rheinufer kannte man ihn überall, da war es also nichts für ihn. Deshalb ließ er sich bei Bingen über den Rhein setzen. Sobald er sich auf dem rechten Rheinufer befand, war er ein ganz anderer Mann. Um in Städten und Dörfern öffentlich erscheinen und mit ehrlichen Leuten in Verbindung treten zu Weiterlesen →

Geist-, Wunder-, Hexen- und Zaubergeschichten – Teil 19

Geist-, Wunder-, Hexen- und Zaubergeschichten, vorzüglich neuester Zeit
Erzählt und erklärt von Gottfried Immanuel Wenzel
Prag und Leipzig 1793

Der Todesprophet

Ich kannte einen Mann, der sich durch das Wahrsagen, ob dieser oder jener Kranke davonkommen oder sterben werde, einen großen Namen und viel Geld erwarb. Die halbe Stadt lief zu dem Mann und bat ihn, ihre Kranken zu besuchen und den Freunden und Anverwandten das Schicksal der ihren zu offenbaren. Anmerken muss ich hier, dass mein Prophet nicht eher zum Krankenbett ging, bis schon der Leidende von Ärzten verlassen war. Selten prophezeite er Leben oder Genesung, die meisten Male Tod. Da dieses sehr oft eintraf, so glaubte man nicht zu Weiterlesen →

Slatermans Westernkurier 03/2019

Auf ein Wort, Stranger, gehen wir heute mavericken?

Wie bitte?, werden sich jetzt einige fragen und andere verständnislos mit dem Kopf schütteln

Vielleicht wird jetzt mancher auch einen zweiten, genaueren Blick auf seinen PC werfen, um nachzusehen, ob er auf der richtigen Seite ist.

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Review: Das Fantasie-Kontinuum

Michael Sagenhorn
Das Fantasie-Kontinuum
Erstveröffentlichung auf dem alten Geisterspiegel am 20. 07.2007

Der Große Xoork wanderte mit Sorgen beladener Miene durch die leeren Fabrikhallen der Produktionsstätte B, dort, wo gewöhnlich ergreifende Liebesgeschichten und einfache Schnulzen hergestellt und mittels komplexer Technik, sogenannter Fantonien, in die Köpfe kreativer Menschen eingegeben wurden. Derzeit arbeitete niemand an den gewaltigen Apparaturen, bestehend aus Schmachtröhren und Herzleidtriebwerken, verschmiert mit Wehmutsgelee und Tränenöl. Nach der Sitzung des Senats hatte er alle Arbeiter zu einem Krisengespräch zusammenrufen lassen, denn ein sofortiges Handeln war unvermeidbar geworden. Von der schnellen Umsetzung des Senatsbeschlusses hing das Weiterlesen →

Sammlung bergmännischer Sagen Teil 45

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen →