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Mansfelder Sagen und der näheren Gegend

Mansfelder Sagen und der näheren Gegend
Von Dr. Hermann Größler gesammelt, Eisleben 1880

I. Eisleben und Umgebung

1. Der getreue Eckart

Johann Kemmerer, Pfarrherr zu Mansfeld, im Alter von über achtzig Jahren, erzählte, dass in Eisleben und im ganzen Mansfelder Land jedes Jahr am Fastnachtsdienstag das Wütende Heer vorübergezogen sei. Die Leute seien herbeigelaufen und hätten darauf gewartet, nicht anders, als sollte ein großer, mächtiger Kaiser oder König vorbeiziehen.

Dem Haufen voraus sei ein alter Mann mit einem weißen Stab gegangen, der sich selbst den treuen Eckart genannt habe. Dieser Mann habe die Leute aufgefordert, aus dem Weg zu gehen oder sogar nach Hause zu kehren, da sie sonst Schaden nehmen würden. Einige seien diesem Mann nachgeritten oder nachgegangen. Weiterlesen →

Die Banshee

Die Banshee

Von all dem Aberglauben, der zu irgendeiner Zeit – ob in der Vergangenheit oder Gegenwart – unter den Einheimischen Irlands verbreitet waren, ist keiner so erhaben oder fantasievoll, keiner, dem so allgemein zugestimmt oder der so innig gepflegt wurde, wie der Glaube an die Existenz der Banshee. Da es jedoch nur sehr wenige Menschen gibt, die auch nur entfernt mit dem irischen Leben oder der irischen Geschichte vertraut sind, ohne jemals von der irischen Banshee gehört oder gelesen zu haben, denke ich, dass eine kleine Erklärung bezüglich ihrer Erscheinung, ihrer Aufgaben und Gewohnheiten für meine Leser nicht unwillkommen sein wird.

Man sagt also, die Banshee sei ein immaterielles und unsterbliches Wesen, das seit undenklichen Zeiten an verschiedene angesehene und alte Familien in Irland gebunden ist. Es heißt, sie erscheine stets, um durch Schreie und Wehklagen den Tod eines Mitglieds jener Familie anzukündigen, zu der sie gehört. Sie kommt immer nachts, kurze Zeit vor dem Tod des Bestimmten, nimmt ihren Platz draußen in der Nähe des Hauses ein und stößt dort die kläglichsten Schreie und Wehklagen aus – meist in einer unbekannten Sprache und in einer Stimmlage, die der einer menschlichen Frau ähnelt. Sie wiederholt ihre Besuche Nacht für Weiterlesen →

H.U.N.T.E.R.

Willkommen in einer Welt, in der Magie kein Märchen ist, sondern zum schmutzigen Alltag gehört – so selbstverständlich und gleichzeitig so bedrohlich wie Straßenlärm, Abgase und Neonlicht im Regen.

Mit H.U.N.T.E.R legt Nico Langer den Auftakt zu einer düsteren Urban-Fantasy-Reihe für Erwachsene vor, in der harter Kriminalfall und übernatürliche Wirklichkeit nahtlos ineinander übergehen und zu einem fesselnden Noir-Thriller verschmelzen. Die Geschichte spielt in einer Stadt, in der magische Zwischenfälle längst kein Sensationswert mehr zukommt. Sie sind Routine, werden in Polizeiberichten verwaltet und in Talkshows ausgeschlachtet – und trotzdem bleiben die wahren Hintergründe meist im Dunkeln. Vermisstenfälle mit magischem Beigeschmack enden nur allzu oft als verstaubte Akten in den Archiven der Behörden, abgelegt unter „nicht weiter verfolgbar“. In diesem trüben Sumpf aus Gleichgültigkeit und Überforderung gibt es jedoch einen, der nicht bereit ist, offene Fragen ruhen zu lassen: John Samual.

John arbeitet als Ermittler bei H.U.N.T.E.R., einer chronisch unterbesetzten Spezialeinheit für übernatürliche Delikte, die von den regulären Kräften gerne vorgeschoben wird, wenn es zu gefährlich, zu heikel oder schlicht zu bizarr wird. Während andere pünktlich Feierabend machen, arbeitet John sich durch Berichte über blutige Flüche, dämonische Besessenheit und magisch Weiterlesen →

Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten – Teil 6

Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten

Memoiren eines Scharfrichters aus den Zeiten des Mittelalters
Herausgegeben von Wilhelm von Chézy

Elsbeth, die Getreue

Die drei Jahre verflogen gleich einem leichten Morgentraum.

Kennt ihr Heidelberg, die schöne Stadt? Und ob ihr sie auch noch nicht erblickt habt, wie sie, behütet von dem starken Schloss, wohlgemut sich in des Neckars brausender Flut spiegelt, so habt ihr dennoch ihres Ruhmes viel vernommen in deutscher wie in welscher Zunge. Denn seit Menschengedenken ist sie die berühmte Wiege tiefer Gelehrsamkeit, die Pflanzschule der Wissenschaft, ein reichlich quellender Born, zu dem von nah und fern die Durstigen strömen.

Kennt ihr Paris, jene Welt von Burgen, Palästen, Klöstern und Kirchen inmitten niederer Hütten und pfadloser Straßen? Wo im Weiterlesen →

Deutsche Märchen und Sagen 203

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

289. Die vier Träume

Kaiser Karl hatte sich auf der Jagd von seinem Gefolge getrennt und kehrte in ein Wirtshaus ein, das eine Höhle von vier Räubern war. Die Räuber freuten sich über die reiche Beute und begannen spöttisch, ein Spiel aus ihren Träumen zu machen.

»Mir träumt«, sagte der Erste, »dass man diesem Fremden den Hut vom Kopf nehmen sollte.«

»Und mir träumt«, fuhr der Zweite fort, »dass man ihm sein schönes Wams ausziehen müsste.«

»Mir träumt«, hob der Dritte an, »dass er diese prächtige Hose gar nicht braucht und sie uns schenken könnte.«

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