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Weekly Ghost Story – Die Geschichte der wogenden Schleppe

Mary Louisa Molesworth
Die Geschichte der wogenden Schleppe

»Dann lasst uns Geistergeschichten erzählen«, schlug Gladys vor.

»Bist du ihrer noch immer nicht überdrüssig? Heutzutage hört man ja kaum etwas anderes mehr«, wandte die junge Mrs. Snowdon ein, ebenfalls ein Gast in The Quarries. »Und sie sind angeblich alle authentisch und verbürgt – doch bekommt man nie die Person zu Gesicht, die die Erscheinung tatsächlich gesehen, gehört oder gespürt hat. Es ist immer jemandes Schwester, ein Cousin oder der Freund eines Freundes.«

»Ich weiß nicht, ob das ein wirklich stichhaltiger Grund ist, sie pauschal abzutun«, sagte ihr Mann. »Es liegt in der Natur der Sache, dass man den Hauptbeteiligten seltener begegnet als den Geschichten selbst. Hundert Leute können eine Erzählung wiederholen, aber der Urheber – oder vielmehr der Held der Geschichte – kann nicht an hundert Orten gleichzeitig sein. Du ziehst doch auch keine anderen Berichte in Zweifel, bloß weil du den Hauptakteur nicht persönlich kennst?«

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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 29

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

13. Der Hedwigsberg

Beim Dorf Röchlitz liegt der Hedwigsberg. Einst soll dort ein heidnischer Tempel gestanden haben. An dessen Stelle ließ Herzog Heinrich der Bärtige später die Racklitzburg erbauen. Die dortige Kapelle nannte er nach seiner frommen Gemahlin Hedwigskapelle, wodurch der Berg schließlich den Namen Hedwigsberg erhielt. Die Überreste der Burg und der Kapelle sind noch heute zu sehen.

14. Der Hedwigsbrunnen

Am Fuße des Hedwigsberges bei Röchlitz liegt der Hedwigsbrunnen. Er soll seinen Namen ebenfalls von der heiligen Hedwig erhalten haben. Die Heilige badete oft in dieser Quelle, wodurch das Wasser der Sage nach wundertätig und heilkräftig wurde.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 67

Das Wunderblut zu Wilsnack

In der Prignitz lebte im Jahre 1383 ein Edelmann namens Heinrich von Bülow; dieser brannte auf feindselige Weise elf Dörfer in der Prignitz nieder und zerstörte sie, darunter auch das damalige Dorf Wilsnack. In jenem Dorf brannte die Kirche mit allem Inhalt vollständig ab. Der Pfarrer von Wilsnack, Herr Johannes, hatte damals drei Hostien für die Krankenkommunion eigens in der Kirche aufbewahrt.

In der Nacht nach dem Brand, als er gerade schlief, hörte er plötzlich eine Stimme rufen: »Steh auf, Johannes, und bereite dich darauf vor, am Altar der abgebrannten Kirche die Messe zu lesen!«

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Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 10 – 11. Kapitel

Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 10
Der Mann mit den sieben Frauen
11. Kapitel
Wiedergefunden

Sherlock Holmes eilte, sobald er das Schloss wieder betreten hatte, ins Turmzimmer hinauf.

Die bleiche Frau, die er aus den Klauen Dungraves gerettet hatte, kam ihm wankend entgegen. Er umfing die Unglückliche und brachte sie zuerst hinaus auf die Galerie, damit sie frische Luft atmen konnte – seit vier Jahren war ihr das nicht mehr gelungen.

Der Detektiv musste sie stützen und führen und gelangte so mit ihr in den Bodenraum.

Hier kam ihm Harry Taxon erregt entgegen.

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Al Capone – Band 34

Al Capone
Band 34
Erpressung!

1. Kapitel
Ein Erpresserbrief

Am Ende des vorigen Heftes befanden wir uns in der Opiumhöhle des Chinesen Chan-Shey, in der Dorothy Mac-Swigging mit ihrem ihr am selben Tage angetrauten Gatten Percy versteckt werden sollte. Moran und Drucci, die mit einigen Komplizen die Überwältigung und Entführung des jungen Ehepaares ausgeführt hatten, wandten sich nun an den Chinesen.

»Na, wie geht das Geschäft?«, fragte Moran Chan-Shey.

»Glänzend!«, antwortete der Chinese, sich die Hände reibend, als er an die Hundertausende von Dollar dachte, die er in einem sicheren Versteck verborgen hatte; aber es schien ihm nun, dass er zu große Freude gezeigt habe, da doch der Leichnam von Weiterlesen