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Oberhessisches Sagenbuch Teil 100

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Schatz in Engelhausen

In dem Gräflich Laubacher Tiergarten nach Freienseen zu, wo früher das Dorf Engelhausen gestanden hatte, liegen die Trümmer der sogenannten Pestburg. Dahin flüchteten in den unsicheren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges die Leute der Umgegend und verbargen auch daselbst ihre Kostbarkeiten, von denen ein großer Teil noch heute unter der Erde verborgen ist.

Einem Laubacher Mann träumte es dreimal hintereinander von einem Platz auf der Pestburg, wo ein Schatz Weiterlesen →

Otto III. lässt sich die Gruft Karl des Großen öffnen (1000)

Historische Denkwürdigkeiten

Otto III. lässt sich die Gruft Karl des Großen öffnen (1000)

Nachdem das von der fränkischen Monarchie durch den Vertrag zu Verdun losgerissene Frankenreich nach der Absetzung Karl des Dicken im Jahr 887 ein Wahlreich, als für sich bestehend geworden ist, gelangte es durch die Tüchtigkeit seiner Regenten bald zu einer überwiegenden Größe in dem europäischen Völkerverband und trug als Preis seiner Macht die Kaiserkrone davon, welche eigentlich nur den Franken bestimmt war.

Nach dem Tode Konrads von Franken, dem ersten Wahlkönig, gelangte das sächsische Haus durch die Wahl der Fürsten auf den Kaiserthron, und Heinrich I., beigenannt der Vogelsteller, war aus demselben der erste und auch würdige Regent.
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Sagen der mittleren Werra 6

Sagen-der-mittleren-Werra

Der große Taler im Hasengraben bei Wasungen

Von Wasungen nach Metzels zu geht ungefähr einen Büchsenschuss hinter dem Kirchhof ein Fahrweg links ab. Er führt nach der sogenannten Goldlauter und dem Hasengraben, einer einsamen und von Schluchten zerrissenen Gegend hinter dem Kohl- und Schlossberg. Hierher fuhr ein armer Wasunger Mann in die Streu. Es war ein Notjahr, und der Mann hatte nichts als eine dürre Brotrinde bei sich. Die verzehrte er noch nüchtern und ging dann seufzend an die Arbeit. Kaum aber hatte er eine Lage Heidekraut Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Der Wendigo (Riese, Ungeheuer)

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol

Der Wendigo (Riese, Ungeheuer)

n einem einsamen Wald lebte ein Mann mit seiner Frau und einem Sohn. Als der Vater eines Tages auf die Jagd gegangen war, sah seine Frau aus der Hütte und bemerkte, wie ein großer Mann mit rüstigen Schritten über das Wasser des Sees auf sie zuschritt. Bald war er so nahe, dass eine Flucht nutzlos gewesen wäre. Sie lief also in den Wigwam, nahm ihren dreijährigen Sohn bei der Hand und rief laut aus: »Siehe, dort kommt dein Großvater!«

Der Riese antwortete: »Jawohl, mein Sohn!« Und dann bat er die Frau um Essen. Glücklicherweise hatte dieselbe großen Vorrat an getrocknetem Fleisch und stellte ihm denselben vor. Doch er wies das Fleisch unwillig zurück und nahm einen frischgeschossenen Hirsch, der vor der Tür lag. Zerriss ihn, trank sein Blut und nagte die Knochen ab.
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Aus dem Wigwam – Der Sturm

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol

Der Sturm

s lebte einst eine alte Frau, namens Monedo Kwä (Prophetin), an den Dünen des Michigansees, welche gewöhnlich der schlafende Bär genannt werden. Dieselbe hatte eine Tochter, die so außergewöhnlich schön war, dass die Alte fürchtete, sie würde ihr eines Tages geraubt werden. Sie setzte sie daher in eine große wasserdichte Kiste, band einen starten Strick daran und ließ sie hinaus in den See schwimmen. Jeden Morgen zog sie die Kiste ans Ufer, kämmte und wusch das Mädchen und gab ihm die nötigen Lebensmittel.

Dies sah nun eines Tages ein schöner junger Mann. Da ihm das Mädchen gefiel, so ging er hin zu seinem Oheim, der ein Zauberer war, und bat ihn um Rat.
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