Rübezahl – Der Berggeist lernt Menschen kennen
Rübezahl
Der Berggeist des Riesengebirges
Sagen und Schwänke neu erzählt nach R. Münchgesang
Der Berggeist lernt Menschen kennen
Jahrtausende hindurch hatte der mächtige Berggeist, den die Bewohner des Riesengebirges später spottend »Rübezahl« nannten, im Innern der Erde mit seinen Gnomen gewirtschaftet, hatte Paläste aus edlem Metall bauen und wieder zerstören lassen, wie es ihm Laune und Langeweile eingaben. Und nun lüstete es ihn, wieder einmal der Oberfläche der Erde einen Besuch zu machen und sich wie sterbliche Wesen am Sonnenschein, an klaren Sternennächten und frischer Luft zu ergötzen. Mit gewaltiger Kraft brach er die Pforte auf, die nach oben führt, und sah sich mitten im Riesengebirge. Das war sein irdisches Reich.
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Hessische Sagen 24

Die vermauerte Tür
Eine solche befindet sich in dem Speisesaal des freiherrlich Riedeselschen Schlosses Eisenbach und von ihr gibt es folgende Sage. Jedes Mal, wenn in dem Saal zwölf zu Tisch saßen, kam durch diese Tür, nie aber durch eine andere, der Dreizehnte dazu, sodass die schlimme Zahl voll wurde und einer aus der Gesellschaft binnen Jahresfrist sterben musste. Da hat man die Unglückstür zuletzt vermauert und seitdem wurde es anders, und wie oft auch noch zwölf Gäste sich zur Tafel setzten, erschien kein Dreizehnter mehr.
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Sagen- und Märchengestalten – Das wütende Heer
Sagen- und Märchengestalten sowie Geister-, Wunder- und Aberglauben des deutschen Volkes
Mit Erzählungen von Begebenheiten der Vorzeit, die den Glauben an eine Geisterwelt förderten, Berlin, Verlag von Burmester & Stempell,1874
Das wütende Heer
Nicht immer führte Wotan seine Schar zur fröhlichen Jagd. Oft galt es einen nächtlichen Zug gegen die toten Feinde zu führen, zu dem er die Schatten gefallener Krieger versammelte. Schon der Name bezeichnet den göttlichen Ursprung des Geisterzuges, es ist das wütende, das Wutes-, Wodes- oder Wuotesheer, verschieden von der wilden Jagd. In der weiten Ebene um Chalons in Frankreich, wo einst die mörderische Schlacht gegen die Weiterlesen
Hessische Sagen 23

Die Kirche in Usenborn
Als die Einwohner von Usenborn sich einst ihre Kirche bauen wollten, hatten sie eine ganz andere Stelle zu dem Bau gewählt, als die, an der jetzt die Kirche steht. Aber alles Holz, welches sie am Tage zusammenfuhren, wurde in der Nacht durch einen Engel an Weiterlesen
Sagen- und Märchengestalten – Die wilde Jagd
Sagen- und Märchengestalten sowie Geister-, Wunder- und Aberglauben des deutschen Volkes
Mit Erzählungen von Begebenheiten der Vorzeit, die den Glauben an eine Geisterwelt förderten, Berlin, Verlag von Burmester & Stempell,1874
Die wilde Jagd
Die Sonne war herabgesunken, über die Spitzen der höchsten Waldbäume zogen die Raben in dichten schwarzen Zügen ihren Nestern zu. Alles ruhte rings umher, die Axt des Holzfällers sowie das Klopfen des Spechtes. Mitten auf einem freien Platz im Wald stand eine bretterne Hütte ohne Fensteröffnungen. Das matte Dämmerlicht schaute durch eine weite, verschließbare Tür hinein, welche der frischen Abendluft ungehindert Zugang bot.

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