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Eine Frau glaubt, mit einem Incubus …

Das 17. Jahrhundert

Eine Frau glaubt, mit einem Incubus Umgang zu haben; das Parlament in Paris verurteilt sie zum Tode. (1606)

Unter dem Vorsitz von Seguier und Molé bestätigte das Parlament in Paris ein Todesurteil, welches ein Richter in der Auvergne gegen eine alte Frau ausgesprochen hatte. Sie hatte folgende Geständnisse abgelegt:

»Vor ungefähr einem halben Jahr schien, als ich an der Seite meines Mannes eingeschlafen war, etwas auf unser Bett zu fallen. Ich wachte erschreckt auf. In einer anderen Nacht fühlte ich, wie ein Geist auf das Deckbett sprang. Er versuchte mich zu überreden, ich solle mich ihm hingeben. Trotz Weiterlesen →

Papa Denke 2. Akt

Papa Denke
Ein Drama in drei Akten um Pökelfleisch und Perversionen

2. Akt

Es war kurz vor Heiligabend, genauer gesagt, Sonntag, der 21. Dezember 1924, als der arbeits- und wohnungslose Steinhauer Vincenz Olivier gegen Mittag frierend und bettelnd durch die Straßen von Münsterberg zog.

Normalerweise war die Zeit vor dem Fest für einen wie ihn, der auf Almosen angewiesen war, immer eine dankbare Zeit, die Menschen zeigten sich barmherziger als sonst und auch spendierfreudiger. Aber nicht in diesen Tagen, nicht in dieser Zeit. Die Wunden, die der Krieg Weiterlesen →

Elbsagen 82

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

83. Schweinsohren und Erbsen, ein Tangermünder Gericht

Der Erzbischof Dietrich Kagelwirt von Magdeburg war der Sohn eines ehrsamen Bürgers von Stendal, welcher der Gewandschneider- oder Tuchmachergilde angehörte. Sein eigentlicher Name war Dietrich von Porditz. Ersteren Namen soll er von seiner böhmischen Besitzung erhalten haben. Als Erzbischof war er der treue Begleiter Karls IV., der mit Vorliebe in Tangermünde residierte und Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Die Sintflutsage der Tschoktah

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Die Sintflutsage der Tschoktah

ie Welt war noch jung. Die kleinen Bäche unter den Hügeln und Bergen murmelten lustig und die breiten Ströme zogen ihre gewohnten Bahnen durch friedliche Täler. Mond und Sterne hatten seit Langem den Nachthimmel verschönt und den Jäger durch die Wildnis geführt. Die Sonne, die der rote Mann die Glorie des Sommers nennt, war täglich erschienen. Viele Menschengeschlechter hatten gelebt und warnt hingegangen. Aber im Verlauf der Zeit hatte sich das Aussehen der Welt verändert. Bruder stritt mit Bruder, und große Kriege bedeckten häufig die Erbe mit Blut. Der Große Geist sah dies alles und war unzufrieden. Ein schrecklicher Wind fegte durch die Wildnis, und die Ok-la-ho-ma oder die roten Menschen wussten, dass sie Unrecht getan hatten; aber sie lebten, als ob es ihnen einerlei sei. Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 76

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Spuk in den Hommelwiesen

Ein Unterförster von Heimertshausen, der bei jedermann in gutem Ansehen stand und dem niemand eigentlich etwas Böses nachsagen konnte, sollte, dem Leutgeschmätz nach, ruhelos nach seinem Tod im Reviere umgehen, doch wusste man nicht recht, was der Mär war.

Einst hütete der Schäfer auf den Hommelwiesen und betrachtete sich zufällig den gegenüberliegenden Wald. Da kam plötzlich auf den Wipfeln der Bäume ein Mann daher. Als er mit Weiterlesen →