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Storys

Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 1

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol

Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 1

Einst bogen während einer Ferienreise drei Scholaren aus Kiew von der Landstraße ab, um beim ersten besten Gehöft, auf das sie stießen, den schon längst geleerten Sack mit neuen Vorräten zu versorgen. Dies waren der Theologe Haljawa, der Philosoph Choma Brut und der Rhetor Tiberius Gorobetz.

Es war schon Abend, als sie von der Landstraße abbogen; die Sonne war eben untergegangen, und noch spürte man in der Luft die Wärme des Tages. Der Theologe und der Philosoph marschierten schweigsam mit der Pfeife im Munde dahin und der Rhetor, Tiberius Weiterlesen

Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten – Teil 5.1

Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten

Memoiren eines Scharfrichters aus den Zeiten des Mittelalters
Herausgegeben von Wilhelm von Chézy

Benzs Ausfahrt

Von Stunde an blieb der Gunz ein wahnwitziger Tor. Sie schoren ihm die Haare ab, legten ihn in Eisen und Ketten, peitschten und strichen ihn grausam. Er aber forderte stets mit Ungestüm den Schatz aus dem Keller, und so sahen meine Herren vom Rate endlich keinen Ausweg mehr, als ihm zum Wahrzeichen ein Ohr abzuschneiden und ihn wohlverwahrt gen Ulm zu senden, damit daheim die Seinen ihn hüteten. Da er kein verständiges Wort mehr hervorzubringen vermochte, so musste der Freimann für ihn und in seine Seele die Urphede schwören, nimmermehr der Stadt Weichbild betreten zu wollen.

Ich hatte den Vater auf das Rathaus begleiten dürfen, da er zuweilen gern mich um sich sah, sobald die Grethe nichts davon wusste. Als wir wieder vor die Tür traten und dem Wäglein nachblickten, auf welchem der Wahnsinnige von dannen fuhr, kam Weiterlesen

Felsenherz der Trapper – Teil 02.1

Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 2
Das Geheimnis der Llano Estacado
1.Kapitel
Der lange Billy und der kleine Jimmy

Am Rande einer kleinen Prärie, nahe der Einmündung des Rio Mazapil in den Canadian, bot sich an einem glutheißen Sommertag ein kriegerisches Bild. Auf der flachen Spitze eines mächtigen, würfelähnlichen Felsblocks lagen drei Weiße. Sie hatten flache Steine als Brustwehr vor sich aufgeschichtet und beobachteten mit gespannter Aufmerksamkeit die Umgebung. Zwei von ihnen trugen die typische Tracht nordamerikanischer Pelzjäger. Ihre verwitterten, von der Sonne tief gebräunten Gesichter waren bärtig; sie unterschieden sich vor allem durch ihre Statur. Der eine war fast ein Riese und dabei dürr wie eine Hopfenstange. Er Weiterlesen

Weekly Ghost Story – Die Geschichte der wogenden Schleppe

Mary Louisa Molesworth
Die Geschichte der wogenden Schleppe

»Dann lasst uns Geistergeschichten erzählen«, schlug Gladys vor.

»Bist du ihrer noch immer nicht überdrüssig? Heutzutage hört man ja kaum etwas anderes mehr«, wandte die junge Mrs. Snowdon ein, ebenfalls ein Gast in The Quarries. »Und sie sind angeblich alle authentisch und verbürgt – doch bekommt man nie die Person zu Gesicht, die die Erscheinung tatsächlich gesehen, gehört oder gespürt hat. Es ist immer jemandes Schwester, ein Cousin oder der Freund eines Freundes.«

»Ich weiß nicht, ob das ein wirklich stichhaltiger Grund ist, sie pauschal abzutun«, sagte ihr Mann. »Es liegt in der Natur der Sache, dass man den Hauptbeteiligten seltener begegnet als den Geschichten selbst. Hundert Leute können eine Erzählung wiederholen, aber der Urheber – oder vielmehr der Held der Geschichte – kann nicht an hundert Orten gleichzeitig sein. Du ziehst doch auch keine anderen Berichte in Zweifel, bloß weil du den Hauptakteur nicht persönlich kennst?«

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Ein Klondike-Claim – Kapitel 11

Nicholas Carter
Ein Klondike-Claim
Eine Detektivgeschichte
Street & Smith, New York, 1897

Kapitel 11

Stokes als Fensterspringer

Bellows war nicht anwesend. Alle Partner, außer Murdock, waren offensichtlich hoffnungsvoll, dass Stokes das Problem, das sie quälte, augenblicklich lösen würde.

Sie sahen ihn mit erwartungsvollen Gesichtern an und warteten darauf, dass er das Wort ergriff, während Fowler die Situation schilderte. Murdock saß allein in einer Ecke des Raumes, die Arme verschränkt und das Kinn auf die Brust gesunken. Ab und zu warf er Stokes einen Blick zu, aber die meiste Zeit hielt er die Augen fest auf den Boden gerichtet. Von Zeit zu Zeit sagte Fowler: Weiterlesen