Archiv

Phänomene und Legenden

Oberhessisches Sagenbuch Teil 21

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die weiße Frau und das Waisenkind

Vor mehr als sechzig Jahren ging eine Schar Mädchen aus Burkhards in den Schwarzwald, welcher zwischen dem Dorf Streithain und dem Riedern, einem ausgegangenen Ort, links von der stumpfen Kirche liegt. Sie suchten Beeren und fanden ganz besonders viele und schöne unter einem Steingeröll, in dessen Mitte ein sehr großer und oben platter Stein sich zeigt.

Eins der Mädchen, ein armes Waisenkind, stieg da hinauf, um sich umzusehen. Kurz danach geschah ein Knall, als Weiterlesen →

Schinderhannes – Erstes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Erstes Kapitel

Die Knaben- und ersten Jugendjahre des Schinderhannes

Im Jahre 1779, während Hannikel, der Konstanzer Hans und viele andere Gauner im südlichen Teil Deutschlands, in den Schwarzwaldgegenden und bis in die Schweiz hinein ihr schändliches Gewerbe trieben, wurde Johann Bückler, genannt Schinderhannes, auf dem rechten Rheinufer geboren, und zwar zu Mühlen bei Rastetten im Nassauischen. Sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren Abdecker (Wasen- oder Kleemeister). Da aber Weiterlesen →

Elbsagen 11

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

11. Die Nixenmühle

Um Mitternacht sind die Geister los und treiben oft ihren Schabernack mit einem verspäteten Wanderer. Um diese Geisterstunde war es, als aus Hortau, einem Ort, der östlich von Neschwitz an der Elbe liegt, ein junger Bursche sich auf den Weg machte. Rüstig wanderte er einem einsam gelegenen Haus zu in einem Tal, das ein munteres Bächlein rauschend durchfloss. Der Bursche war von Natur nicht ängstlich, aber dennoch ließ ihn das unheimliche Weiterlesen →

Canyon Diablo – Gemeiner als Tombstone

Canyon Diablo – Gemeiner als Tombstone

Canyon Diablo, Arizona, entstand 1880 als Eisenbahnstation, als der Bau gestoppt wurde, bis eine Brücke über den Canyon gebaut werden konnte. Eine weitere Verzögerung wurde durch finanzielle Schwierigkeiten verursacht, sodass erst 1890 die Eisenbahnbrücke fertig gestellt wurde.

Der Canyon war zuvor von einem Soldaten namens Lieutenant Amiel Whipple 1853 benannt worden, als er ein derartiges Hindernis für seine 35th Parallel Survey Party darstellte. Er musste meilenweit ausweichen, um dorthin zu gelangen, und nannte ihn passend Devil’s Canyon. Als die Stadt entstand, nahm sie den Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 20

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Zwei weiße Jungfrauen auf der Altenburg

Es ist etwas daran, man mag sagen, was man will: Oben auf der Altenburg bei Sichenhausen befindet sich ein tiefes Loch. Wer das erblickt und mit dem Fuß auftritt oder das Ohr an den Boden legt, der merkt, dass es hohl da drunten ist, denn es hallt dumpf aus dem Berg herauf.

Von so merkwürdigen Sachen wusste aber der Bettelkaspar nichts, denn er war ein armer Kälberhirt zu Kaulstos und stammte eigentlich aus dem Hessenland. Als Findling hatten sie ihn in Sichenhausen erzogen. Schon manches Weiterlesen →