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Elbsagen 11

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

11. Die Nixenmühle

Um Mitternacht sind die Geister los und treiben oft ihren Schabernack mit einem verspäteten Wanderer. Um diese Geisterstunde war es, als aus Hortau, einem Ort, der östlich von Neschwitz an der Elbe liegt, ein junger Bursche sich auf den Weg machte. Rüstig wanderte er einem einsam gelegenen Haus zu in einem Tal, das ein munteres Bächlein rauschend durchfloss. Der Bursche war von Natur nicht ängstlich, aber dennoch ließ ihn das unheimliche Gefühl des Alleinseins wacker ausschreiten. Der Mond, der soeben aus dichten Wolkenschleiern hervortrat, beleuchtete hell den Weg, den der Jüngling einherschritt. Doch wie wunderte er sich, als er plötzlich vor sich eine Mühle sah, von der er bisher niemals etwas gehört hatte. Er ging weiter, um in den richtigen Weg einzubiegen, aber eine Erscheinung hielt ihn plötzlich fest. Obwohl er danach trachtete, recht bald von dem unheimlichen Ort wegzukommen, konnte er dies nicht. In dem nahen Mühlteich tanzten und belustigten sich die Wassernixen, Wesen von solcher Schönheit und Anmut, wie er sie bisher noch nie gesehen hatte. Das ungewisse Licht erhöhte noch den sinnbetörenden Eindruck, sodass er sich nicht enthalten konnte, näher heranzugehen und die reizenden Gestalten zu betrachten. Lächelnd bemerkten ihn die Wassernixen. Ihre verführerischen Blicke trafen ihn mit solcher Gewalt, dass er alles Irdische um sich herum vergaß und nur trachtete, ihnen nahe zu sein und bei ihnen zu bleiben. Er merkte gar nicht, dass er immer tiefer ins Wasser geriet. Sein Blick war nur auf sie gerichtet. Lächelnd winkten sie ihm, er umarmte die lieblichen Wasserbewohnerinnen und verschwand in den Wellen.

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