Archiv

Phänomene und Legenden

Schinderhannes – Fünftes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Fünftes Kapitel

Schinderhannes wird Räuberhauptmann.

Mit der fast unglaublichen Entweichung aus dem unterirdischen Gefängnis in Simmern fängt eigentlich ein neuer Abschnitt im Leben des Schinderhannes an.

Bisher hatte er nur Hammel, Pferde, Tuch usw. gestohlen, entweder ganz allein oder in Verbindung mit einem Weiterlesen →

Elbsagen 13

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

13. Das Tetschner Kreuz

Janko von Wartenberg, der Gebieter auf Schloss Tetschen, fuhr mit seiner Frau Sibylla, seinen Töchtern und Junkern zu den Meierhofgütern, um sie zu besichtigen. Als sie von Hortau aus, einem Dorf mit einem herrschaftlichen Meierhof im Gebirge, zwei Stunden von Tetschen entfernt, der Heimat entgegenfuhren, da zog am Himmel ein schweres Gewitter auf. Der Wagenknecht trieb die Pferde zu raschem Lauf an. Bald ging es in Weiterlesen →

Schinderhannes – Viertes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Viertes Kapitel

Schinderhannes zweimal gefangen und wieder befreit.

Die Landjäger brachten den Schinderhannes nach Saarbrücken ins Gefängnis. Sein Kamerad, der rote Fink, saß da bereits auch im Käfig. Das kam jenem zu gut, denn der Fink half ihm wieder hinaus, sodass er sich aufs Neue in seinen verborgenen Schlupfwinkeln im hohen Wald1 verstecken konnte. Die Köhler, die da wohnten und ihr Weiterlesen →

Sammlung bergmännischer Sagen Teil 44

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 23

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Jungfrau auf den Hirschröder Wiesen

Nicht lange nach dem Grummetmachen hütete ein Mann von Ruppertsburg auf den Hirschröder Wiesen, welche nach Stornfels zu liegen. Unterdessen trieb er immer näher auf den Berg zu, an einen Platz, wo man es Am Backöfchen heißt. Es kam ihm so vor, als höre er drin ein Geräusch, ähnlich wie das Scharren mit dem Kratzeisen im Backtrog.

Unwillkürlich dachte er an Kuchen. Weil ihm des Maul danach wässerte, rief er: »Bringt mir auch einen Kuchen Weiterlesen →