Archiv

Phänomene und Legenden

Oberhessisches Sagenbuch Teil 29

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Im Gederner Schloss

Im Gederner Schloss ist es immer nicht ganz geheuer gewesen, das könnte man durch viele Geschichten beweisen.

Eine der alten Fürstinnen, wenn mir recht ist, Eleonore mit Namen, war noch nicht lange verheiratet, als sie beim Gehen aus ihrem Schlafgemach ein kleines Graumännchen vor sich fand, das sie mit dem freundlichsten Gesichte von der Welt anblickte, stillschweigend durch das ganze Gebäude begleitete und Tag und Nacht nicht von ihrer Weiterlesen →

Schinderhannes – Sechzehntes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Sechzehntes Kapitel

Schinderhannes kommt in Frankfurt ins Verhör und wird dann nach Mainz gebracht.

Der kaiserliche Werbemajor in Frankfurt ließ die beiden Gauner vorführen und verglich sie mit ihren Gestaltsbezeichnungen, die er von Mainz aus erhalten hatte. Anfangs beharrte Schinderhannes darauf, dass er Jakob Schweickard heiße. Bald aber sah er ein, dass das Leugnen vergeblich sei, und gestand nun offen, er heiße Johannes Bückler und sei der berüchtigte Schinderhannes. Ebenso bekannte er, dass Reinhard oder der schwarze Weiterlesen →

Elbsagen 22

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

22. Der Nonnenstein bei Weißig

Gegenüber der Bastei befindet sich in der Nähe des Dorfes Weißig der sogenannte Nonnenstein, der sich wie ein vierseitiger, mehrere Stockwerke hoher Turm ohne Dach gerade in die Höhe erhebt und sich durch diese sonderbare Gestalt von allen übrigen Felsenhöhen unterscheidet. Auf seinem Gipfel ist eine Aushöhlung zu sehen, die einer Schale oder einer Schüssel ähnlich ist. Seinen Namen soll der Felsen daher haben, dass vor vielen Jahren Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Die Blume der Prärie

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Die Blume der Prärie

ine große Abteilung der Osage hatte sich am Nickanansa niedergelassen. Unter ihnen befand sich auch ein junger tüchtiger Jäger, der sich mit dem schönsten Mädchen des Stammes, der Blume der Prärie verlobt hatte. Derselbe ging einst nach St. Louis, um seine Pelze zu verwerten und Schmucksachen für seine Braut zu kaufen. Nach Verlauf einiger Wochen kehrte er wieder zurück, fand jedoch das Lager verlassen vor. Nur wenige Pfosten zeigten die Stelle an, wo es früher gestanden hatte. In einer Entfernung sah er am Ufer des Flusses eine junge Frau, die zu waschen schien. Es war seine Verlobte. Er eilte auf sie zu, um sie zu umarmen, aber sie wandte sich weinend von ihm ab. Er ahnte, dass seinem Stamm ein Unglück begegnet war.

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Oberhessisches Sagenbuch Teil 28

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

V.

Riesen, Zwerge, Kobolde, Hausgeister, wilde Frauen

Die Entstehung von Eckartsborn

Als der Teufel aus dem Vogelsberg weichen musste, floh er so eilig über die Berge, dass ihm bei dieser Gelegenheit ein paar Häuser aus dem Sack fielen. Die blieben zerstreut den Berg hinauf hängen, andere kamen obenhin zu Weiterlesen →