Archiv

Literatur

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 29

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Das kleine Clausthal

Vor langen Jahren hatte neben dem jetzigen Clausthal ein Städtchen gelegen, welches sehr reich war und das kleine Clausthal genannt wurde. Aber je mehr der Wohlstand der Einwohner wuchs, umso gottloser wurden sie, und der liebe Gott mochte ihre Schlechtigkeit nicht länger ungestraft lassen. Deshalb bereitete er der Stadt mit allen ihren Bewohnern den Untergang. Ein Tal bezeichnet den Ort, wo das ruchlose Städtchen gelegen hatte. Dasselbe wird danach noch heute das kleine Clausthal genannt. Wo die Kirche gewesen war, ist nun ein Teich, aus welchem am Karfreitag um Mitternacht das versunkene Gotteshaus emportaucht. Um dieselbe Zeit jagt ein Reh Weiterlesen →

Hexengeschichten – Furia infernalis – Kapitel 4

Ludwig Bechstein
Hexengeschichten
Halle, C. E. Pfeffer. 1854

Furia infernalis
Kapitel 4

Agaphonika ließ sich wieder von Aniuschka und Barynka lieblich schmücken. Ihre heutige Tracht war einfacher als die gestrige. Sie wollte nun auch in der Glorie der Hauswirtin dem geliebten Gast entgegentreten. Davon, dass Feodor Iwanowitsch nicht mit ihrem Vater zur Jagd gezogen war, hatte sie nicht die geringste Ahnung.

Die Jagd kam zurück. Agaphonika sah die Schlitten einfahren, sah sie halten, die Jäger aussteigen, einen nach dem Weiterlesen →

Gold Band 3 – Kapitel 8.1

Friedrich Gerstäcker
Gold Band 3
Ein kalifornisches Lebensbild aus dem Jahre 1849
Kapitel 8.1

Die Jury

Am nächsten Morgen lag ein dichter Nebel auf der Flat, der das ganze Tal in seine undurchdringlichen Schleier hüllte, und eben nicht dazu beitrug, die vom vergangenen Tag aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Dumpfe Gerüchte durchliefen das Lager, dass sich die Indianer und Mexikaner wieder in den Bergen gesammelt hätten, um einen gemeinsamen Angriff auf die Stadt zu machen, und dabei den Engländer, den man sonderbarer Weise mit Weiterlesen →

Eine Räuberfamilie – Zweites Kapitel

Emilie Heinrichs
Eine Räuberfamilie
Erzählung der Neuzeit nach wahren Tatsachen
Verlag von A. Sacco Nachfolger, Berlin, 1867
Zweites Kapitel
Der deutsche Zauberer

Während dieser Zeit saß Leonardi oder Leonhardt, wie sein deutscher Name war, in seinem prächtigen Zimmer und starrte unverwandt, als hätte er irgendeine Vision, zur Decke empor.

Sein Diener, der treue, riesige Georg, den man in seiner deutschen Heimat stets Schorse genannt hatte, stand an Weiterlesen →

Stephan Hähnel – Gefallen auf dem Feld der Ehe

Stephan Hähnel – Gefallen auf dem Feld der Ehe

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um eine Sammlung von Mordsgeschichten rund um das Thema Ehe und Beziehung, genauer gesagt um pointierte, oftmals witzige Kurzkrimis aus der Hand eines Autors.

Als ich Ende letzten Jahres zusammen mit meiner Frau eine Lesung von Stephan Hähnel besuchte, gefielen mir die Geschichten, die er vortrug, vor allem, weil sie witzig und spritzig daherkamen und außergewöhnliche Lösungen, Pointen im besten Sinne, boten. Zudem trug der Autor die kurzen Erzählungen nicht nur routiniert, sondern ebenfalls außergewöhnlich vor und verstand es sehr gut, sein Publikum zu unterhalten.

Allerdings lasen wir uns nicht, wie es der Autor vorschlug, als er unser Exemplar signierte, die Geschichten gegenseitig vor, aber ich genoss die Kurzgeschichten und kann sie dem Leser empfehlen.
Weiterlesen →