Deutsche Märchen und Sagen 124
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
163. Apfel bricht den Zauber
Zwei Leutchen in Kortryk hatten ein wunderschönes Kind. Eines Abends spät saß die Mutter noch bei der Wiege, als sie auf einmal – kloff, kloff, kloff – jemand mit Holzschuhen durch die stille Straße laufen hörte. An ihrem Haus hielt er an. Zu gleicher Zeit tat das Kind einen lauten Schrei und wand sich in der Wiege. Als die Mutter zusah, hatte es hinten und vorne einen Buckel. Kloff, kloff, kloff scholl es wieder von der Straße und der Jemand lief weg. Die Frau war in Angst und Not und lief überall hin, zu allen Doktoren, aber keiner konnte dem Kind helfen. Es war Weiterlesen
Ein Ostseepirat Band 1 – Der Lotse
Carl Schmeling
Ein Ostseepirat
Historischer Roman
Erster Band
XXVIII. Der Lotse
Ein Schlag auf der Stelle, wo ein früherer getroffen , erneuert zwar den ersten Schmerz, vermehrt ihn auch wohl, aber er hebt die Erinnerung an den ersten wie seine alleinige Wirkung einigermaßen auf, und dies empfand auch der Major, als er sich der Kommission des Gouvernements entzogen hatte.
Gespensternovellen 7
Vilhelm Bergsøe
Gespensternovellen
Aus dem Dänischen übersetzt von Adolf Strothmann
Autorisierte Ausgabe, Verlag Otto Janke, Berlin 1873
Schimmelmanns Pferd
II.
»Nun, hat der Student sich eine Liebste zugelegt?«, fragte Niels Kei, als ich aus einem der behaglichen, hell erleuchteten Säle Kronborgs in den unheimlichen, stockfinsteren Schlosshof hinaustrat.
»Nein, diesmal nicht, Niels.«
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Der Detektiv – Das Gespensterwrack – Teil 5
Walter Kabel
Der Detektiv
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Das Gespensterwrack
Teil 5
Ich lag in meiner Koje im engen Schlafraum des Optimus und stierte immer wieder hinüber auf das zweite leere Bett – auf meines Freundes leeres Lager.
Da – ein Geräusch im Wohnsalon. Dann klopfte jemand; dann des alten Tiessen Stimme: »Herr Schraut, Herr Schraut, ich bin so besorgt um Harst!«
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Ritter Busso von Falkenstein – 9. Teil
Ritter Busso von Falkenstein
oder die Geheimnisse der Totengruft
Ein schauderhaftes Gemälde aus den Ritterzeiten
Verlegt durch Gottfried Basse zu Quedlinburg, 1813
Nachdem sie daher ihren verräterischen Plan, wodurch sie ihr Glück zu machen glaubt, geschmiedet hatte, nahm sie den Schlüssel und ging hinaus, aber nicht, um sich zu der Hütte des Bauern, sondern zum Ritter Friedrich in aller Eile zu begeben. Sie hatte sich sorgfältig vermummt, damit sie keiner von den Leuten des Grafen erkennen konnte. Sobald sie dort ankam, wandte sie sich an einen alten Knappen Friedrichs, von dem sie überzeugt war, dass er verschwiegen und seinem Herrn sehr ergeben sei und durch welchen sie auch sogleich zu ihm geführt wurde.
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