Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 6
Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig
Wie der Kaiser dem Virgilius sein Erbe und seine Güter zurückgab und noch vieles andere und was sonst noch geschah
Dann verabschiedeten sie sich von Virgilius und kehrten nach Hause zurück, und als sie wieder daheim waren, gab der Kaiser Virgilius sein ganzes Land zurück, wie er es verlangte, und machte ihn zum vornehmsten Herrn in seinem Rat.
Nach diesem geschah es, dass Virgilius sich in eine schöne Frau verliebte, die schönste in ganz Rom.
Virgilius gelang es durch seine Zauberkunst, ihr seine Zuneigung vollkommen zu offenbaren; sie aber dachte in ihrem Sinne, wie sie ihn hintergehen und betrügen könnte. Sie sagte ihm, wenn er um Mitternacht an die Schlossmauer käme, wolle sie einen Korb an starken Stricken hinunterlassen und ihn darin zu ihrem Fenster hinaufziehen, um mit ihm die Minne zu pflegen. Darüber freute sich Weiterlesen
Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 9
Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875
Kapitel 9
Roch ging achtlos an der Tür von Maroneys Zimmer vorbei und sah ihn eifrig beim Packen. Er zögerte nicht lange. Wohin Maroney gehen würde, wusste er nicht. Er eilte ins Büro, bezahlte seine Rechnung, ging in sein Zimmer, zog sich um und verließ in weniger als zehn Minuten das Hotel, wieder als der trottende Niederländer. Aladdin mit seiner wundersamen Lampe hätte keine schnellere Verwandlung bewirken können. Als er den Bürgersteig erreichte, war Maroney gerade in eine Kutsche gestiegen, und Roch hörte, wie er dem Fahrer befahl, so schnell wie möglich zur Dampfschiffanlegestelle zu fahren. Roch, mit seiner langen Pfeife und der alten Tasche, folgte ihm, und die Bürger, die ihm begegneten, staunten, einen schläfrigen Niederländer in solchem Tempo reisen zu sehen.
Der Detektiv – Band 29 – Die Menam-Brüder – Kapitel 2
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 29
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Die Menam-Brüder
Die Schlangenfalle
Ich blieb wieder hinter ihm. Er zog die oberste der drei Schubladen auf. Leer. Dann die zweite. Leer.
Nun die unterste – aber nur halb. Denn mit einem Satz war er nach rückwärts gesprungen, hatte mich gleichzeitig am Arm gepackt und so heftig zurückgerissen, dass ich beinahe der Länge nach hingeschlagen wäre.
Trotzdem hatte ich noch genug gesehen: Aus der halb geöffneten Schublade waren die ekligen Köpfe und halben Leiber dreier Brillenschlangen blitzschnell hervorgeschossen!
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus 05
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus
Aufzeichnungen einer hochgestellten Person
Verlag von Wilhelm Jurany. Leipzig. 1847
Neue Musterung einiger Schriften
In diesem stillen Augenblick langte Eminenz nach der evangelischen Kirchenzeitung von Herrn Professor Doktor Hengstenberg. Es war das Septemberheft 1844 hingelegt. Er blätterte eine Weile, fasste Seite 561 den rechten Standpunkt ins Auge, las, die Stirn faltete sich, die Mundwinkel verzogen sich und aus tiefer Seele kam der Seufzer: »Wenn er Guerike!« Er schlug das Blatt um, überschaute Seite 571. »Ha! Erklärung aus Köthen gegen die Rede des Pastors Wislicenus. Ich will doch sehen, was die Bürger in Köthen, wo ich früher einen so guten Freund und Anhänger hatte, unter dem 20. August geschrieben haben.« Er las still und eifrig. »Das verfluchte Sachsen, in diesen Worten macht sein Zorn sich endlich laut. Es ist doch immer ein sonderbares Wespennest gewesen. Jetzt halten sie dort sogar Volksversammlungen! Und das geht von dem Uhlich aus? Ich will doch Näheres über diese Sache einziehen. Ei, hier Seite 577 ist ja wieder etwas über Wislicenus. Ich muss doch Herrn Hengstenberg alle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er ist so sorgfältig Weiterlesen
Die Gespenster – Vierter Teil – 24. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Vierundzwanzigste Erzählung
Der betende Mönchsgeist
Ein Prediger im Halberstädtischen – so erzählen die für Volksaufklärung und Menschenwohl so tätigen Herausgeber der dortigen neuen gemeinnützigen Blätter, unter dem 28. Juli 1793 – wurde vor mehreren Jahren zuweilen von einem Offizier besucht, mit dem er Bekanntschaft hatte. Eines Abends, als dieser zum Besuch bei ihm war, fiel das Gespräch auch auf Erscheinungen und Gespensterfurcht. Der Offizier, der von keiner Furcht zu wissen versicherte, und durch die Art, wie er dies tat, eben nicht bewies, dass Weiterlesen
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