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Im Original Robert Kraft

Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 2 – Die Totenstadt – 1. Teil

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 2
Die Totenstadt
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Einleitung

Richard ist bis zum zwölften Jahr ein kräftiger, lebensfroher Knabe gewesen, als er durch ein Unglück gelähmt wird.

Am Abend seines vierzehnten Geburtstages sitzt der sieche Knabe allein in der Stube, traurig und freudlos, kein Ziel mehr im Leben kennend. Da erscheint ihm eine Fee. Sie nennt sich die Phantasie, will ihm ihr Geburtstagsgeschenk bringen und sagt ungefähr Folgendes:

In Richards Schlafzimmer befindet sich eine Kammertür. Jede Nacht wird er erwachen (das heißt nur scheinbar), er soll aufstehen, Weiterlesen

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 8

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 2, Teil 3

Zahllos sind die Anekdoten, welche in England über diesen Mann zirkulieren, so zum Beispiel, wie einmal in seiner Villa eingebrochen wurde, und wie am anderen Tag der Einbrecher zu ihm kam, um ihm persönlich den Raub zurückzubringen und ihn um Entschuldigung zu bitten, er habe nicht gewusst, dass diese Villa dem Freund der Verbrecher gehöre, und wie Sir Clane im Jahre 1887 starb, da sah man ein Begräbnis, wie es die Welt noch nicht erlebt hatte. Ehemalige Sträflinge und die Frauen und Kinder von Zuchthäuslern folgten seinem Sarg und weinten an seinem Grab, schmückten es mit Blumen, und in den Verbrecherspelunken von Whitechapel wurden Gedächtnisfeiern abgehalten, aber keine Orgien, sondern Andachten.

Für solch einen Mann verzeiht der Leser wohl diese kleine Abschweifung.
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Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 9. Kapitel

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Auf dem Opferaltar

In der Mitte des Dorfes auf einem freien Platz befand sich eine erhöhte Plattform, Stufen führten zu ihr hinauf, und oben stand ein großer, viereckiger Stein.

Dieser Plattform zu bewegte sich ein festlicher Zug, voran zwei Priesterinnen. Zwischen ihnen schritt Richard dahin, in ein weißes Gewand gekleidet, mit Bronzeringen geschmückt und gefesselt.

Was nach seiner Gefangennahme geschehen war, davon wusste er wenig, alles kam ihm wie ein Traum vor – und nun sollte er Weiterlesen

Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 8. Kapitel

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Gefangen

Die Freude Richards, mit dem wackeren Karak wieder vereint zu sein, wurde durch dessen eigene Aussagen sehr getrübt. Karak glaubte nicht mehr an eine Rettung. Ein Durchschlagen durch die Feinde war nach seiner Meinung unmöglich, das verhinderten schon die vielen Wölfe. Konnten sie alle mit einmal töten, wenn sich das Rudel auf sie warf?

Bald sah Richard die Hoffnungslosigkeit der Lage selbst ein, als die Farken mit ihren Hunden in weitem Kreis den ganzen Teich umringten, Feuer anzündeten, daran kochten und sich anscheinend zu einer anhaltenden Belagerung häuslich einrichteten.

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Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 7. Kapitel

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Der Kampf mit den Farken

Ruhig ließ Richard die Farken herankommen, bis sie nur noch zwanzig Meter von dem Wasserbau entfernt waren. Dann trat er kurz entschlossen auf die Galerie und rief mit schallender Stimme: »Halt!«

Augenblicklich hielten die Boote, und auf den Gesichtern der Herannahenden konnte Richard lesen, von welcher Bestürzung sie ergriffen wurden, als sie aus der Wohnung der Toten solch eine fremdartige, unbekannte Erscheinung treten sahen.

»Maka – es ist die entflohene Maka!«, erklang da eine Stimme.

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