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Im Original Johann Heinrich Ramberg

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 24. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegels Bosheit an den Scharwächtern in Nürnberg

ls Eulenspiegel schon an vielen Orten die Leute angeführt hatte, so dachte er: Du sollst doch noch einmal nach Nürnberg reisen, vielleicht gelingt es dir abermals, dort unerkannt einen Streich auszuführen. Als er sich einige Tage in Nürnberg aufgehalten hatte, gab er folgende Dummheit an, welche einigen Menschen beinahe das Leben gekostet hätte. Er ging näm­lich eines Abends spät beim Rathaus vorbei und sah die Scharwächter in ihrer Wache unter dem Rathaus schlafen.

Jetzt, dachte er, ist es Zeit, euch anzuführen. Eulenspiegel wusste in Nürnberg Weg und Steg im Dunkeln, und so Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 23. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wäscht in Neugefleten in Thüringen die Pelze.

a Eulenspiegel das Hessische meiden musste, so reiste er ins Thüringische und kam in das Dorf Neugefleten. Hier kehrte er in einem Wirthshaus ein. Die Wirtin fragte Eulenspiegel, was er für ein Handwerksgeselle wäre.

Er antwortete: »Ich bin ein Wahrsager.«

Die Wirtin sagte: »Ich beherberge gern die Leute, welche die Wahrheit sagen.«

Eulen­spiegel sah die Frau an und bemerkte, dass sie schielte und sagte zu ihr: Schielende Frau, wo soll ich mein Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 22. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wird Maler bei dem Landgrafen von Hessen.

a nun Eulenspiegel das Lüneburgische gänzlich meiden musste, durchstreifte er ganz Hessen, und kam auch nach Marburg, wo damals der Landgraf von Hessen residierte. Wie er nun hier durch seine Gaukeleien und Kunststücke sehr bekannt wurde, musste er auch aufs Schloss kommen, denn der Landgraf hatte schon früher viel von ihm gehört und freute sich, diesen Wundermann persönlich kennen zu lernen; denn dergleichen Leute waren in den damaligen Zeiten sehr beliebt. Nachdem nun Eulenspiegel manche Possen ge­macht hatte, fragte ihn der Landgraf, was er sonst noch gelernt hätte.

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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 21. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel wird aus dem Fürstentum Lüneburg verwiesen.

achdem Eulenspiegel Dänemark verlassen hatte, kam er wieder in das Fürstentum Lüneburg, wo er in der Gegend von Celle solche närrische Dinge angab, dass ihm der Herzog von Lüneburg sein Land verbieten ließ mit dem Andeuten, wenn er sich wieder sehen ließe, er ihn an den ersten besten Baum hängen lassen würde. Eulenspiegel wanderte nun ins Mecklenburgische. Nachdem er sich daselbst eine Zeit lang umhergetrieben hatte, dachte er darüber nach, wie er durch List sich wieder im Lüneburgischen aufhalten könnte, denn er hatte in diesem Fürstentum mit seinen Narrenspossen manchen Verdienst erworben. Er nahm sich also vor, wieder eine Reise ins Lüneburgische zu unternehmen, ob er gleich noch nicht mit sich einig war, durch welche Schelmerei er im Fall der Not sich helfen wollte. Da Weiterlesen

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 20. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe
. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel übertrifft den Hofnarren des Königs von Polen.

ei dem hochgeborenen Fürsten Kasimir, König von Polen, war ein Abenteurer, der voller seltsamer Schwänke und Gauklereien war und gut auf der Fiedel spielen konnte. Eulenspiegel kam auch nach Polen zu dem König. Dieser hatte schon viel von Eulenspiegel sagen gehört, der ihm ein lieber Gast war. Der König hätte ihn und seine Abenteuer schon lange gerne gesehen und gehört. Aber auch seinen Spielmann hatte er sehr gern. Nun kamen Eulenspiegel und des Königs Narr zusammen. Da geschah es, wie man sagt: Zwei Narren in einem Haus tun selten gut.

Des Königs Schalksnarr konnte Eulenspiegel nicht leiden, und Eulenspiegel wollte sich nicht vertreiben lassen. Das Weiterlesen