Archiv

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 28

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

11. Der Zauberer vom Geiersberg

Über der Rabendocke ragt der Geierberg bei Goldberg empor. Dort hatte einst ein mächtiger Zauberer sein Schloss er­baut, aus dem er über die Täler hinwegschaute und das mensch­liche Leben und Treiben beobachtete. Er half mit Rat und Tat den Armen und Kranken, schützte die Unschuld und belohnte die Tugend.

Der Burgherr auf der Rabendocke aber war der wilde Geier, ein böser Geselle, der von seinem Söller auf Weiterlesen

Frank Allan Band 1.3

Frank Allan
Rächer der Enterbten
Band 1
Die Zuchthausrevolte
3. Kapitel

Seit Jahren hatte Mac Farlans Privatsekretär nicht mehr so gut geschlafen wie in dieser Nacht.

Er hatte sein Herz erleichtert und einen wahren und mächtigen Freund gefunden. Gemeinsam mit ihm wollte er den Mann unschädlich machen, der sich meisterhaft den Anschein eines ehrlichen Menschen zu geben verstand, in Wahrheit jedoch einer der grausamsten Schurken der Welt war. Dadurch hoffte er, seine eigenen Vergehen sühnen zu können.

Fröhlich kleidete er sich an, trank mit Wohlbehagen den kräftigen Kaffee und machte sich ausgangsbereit.

Da klopfte es hart und scharf an der Zimmertür.

Weiterlesen

Der Welt-Detektiv – Band 13 – 2. Kapitel

Der Welt-Detektiv Nr. 13
Die unsichtbare Geheimpost
Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst GmbH Berlin

2. Kapitel
Das Rätsel am See

Die Nacht verging ohne Störungen. Nur am frühen Morgen, kurz vor vier Uhr, entdeckte einer der Knechte ein riesiges, blutrotes Dreieck an der Scheunentür. Die Farbe war noch feucht. Eine Magd behauptete, zwei Männer gesehen zu haben, die Hals über Kopf über die Felder davongelaufen seien.

Buckin war Frühaufsteher. Um halb fünf Uhr wusste er bereits aus dem Munde des Kammerdieners, was geschehen war.

»Der rote Triangel ist’s, Herr!«, flüsterte der Alte.

Weiterlesen

Deutsche Hausmärchen – 1. Märchen

Johann Wilhelm Wolf (Hrsg.)
Deutsche Hausmärchen
Göttingen, Leipzig 1851
1. Märchen
Der Fischersohn, der Rappe und der Schimmel

In einem großen Wald lag ein großer See, an dem ein Fischer mit seiner Frau wohnte. Gott hatte ihnen fünf Söhne geschenkt, von denen jeder schöner war als der andere. Jeden Morgen zog der Fischer zu dem See, warf seine Netze aus und abends zog er sie wieder ein. Stets waren sie voller schöner, guter Fische. Es war, als ob ein besonderer Segen auf seiner Arbeit ruhte. Dieser schien von einem kleinen grauen Männchen zu kommen, das sich jeden Tag am See zeigte und in dem Kahn und an den Netzen herumhüpfte, als ob es die Fische locke.

Als die Söhne größer wurden, mussten sie nacheinander mit auf den Fischfang ausziehen. Die übrigen vier trugen derweil die Fische in die Stadt und verkauften sie für viel Geld. Eines Tages zog auch der Jüngste, der gerade zwanzig Jahre alt geworden Weiterlesen

Das Astoria-Abenteuer – Teil 4

Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912

Bei den Zebramenschen – Ein Pferdehandel

War die Fahrt auf dem Missouri für den Naturfreund bisher schon außerordentlich genussreich, so wurden die landschaftlichen Szenerien von jetzt an immer eigenartiger, ursprünglicher und schöner. Es ging immer tiefer hinein in die vom Leben und Treiben der Bleichgesichter noch völlig unberührte Wildnis.

Hatte der Frühling das Grün jungfrisch hervorbrechen lassen, so glichen die Prärien nun herrlichen Teppichen in den wunderbarsten Farben, denn überall, wohin das Auge blickte, blühten die prächtigsten Blumen. Auch die zahlreichen Inseln im Fluss, an denen die Boote gewöhnlich anlegten, waren entweder bewaldet oder boten den Anblick von blühenden Gärten. Häufig rankten sich blühende Wildreben an den Bäumen empor, kletterten bis ins äußerste Geäst und senkten sich dann in langen Fäden weit über die Ufer hinaus auf die Wasserfläche, wobei sie herrliche balsamische Gerüche und Düfte Weiterlesen